Editor’s Letter

Als wir – Jana, Vreni und Nina – uns im Januar 2017 zum ersten Mal zusammengesetzt haben, um innerhalb von zwei Wochen ein kleines Get-Together für Fair Fashion Blogger*innen zusammen zu schustern, hatten wir ein Ziel: Content Creators zusammenzubringen, die ihre Stimme für Veränderung einsetzen.

Alles darf sein

Was klein begann, wurde mit jeder Saison größer und wir mussten uns selbst kurz zwicken, als im Januar 2018 plötzlich 300 Gäste zu unserem Fashion Changers X prepeek Event kamen. Wir fingen an auch unabhängig von der Fashion Week Blogger*innen und Medienschaffende zusammen zu bringen, so zum Beispiel auf einem Zero-Waste Dinner oder einem unglaublich inspirierenden Body Empowerment-Event im Herzen Berlins. Offline spürten wir jedes Mal den unbändigen Optimismus dieser Community, die Aufbruchsstimmung, die schon in viele kleine Schritte und Wege mündete, und den Wunsch, gemeinsam wirklich etwas zum Positiven zu verändern. Aber wir spürten auch, dass es da Themen gibt, über die eher nicht oder ungern gesprochen wird, die unbequem sind und die Community selbst hinterfragen. Es ist unser gemeinsames Ziel, Fair Fashion voranzubringen und medial sichtbarer zu machen. Da lassen wir das oft lieber mit dem erhobenen Zeigefinger oder den Schwierigkeiten und zeigen nur die schönsten Seiten eines nachhaltigen, ach so perfekten Lebens. Wir finden jedoch: Es muss unbedingt immer beides erlaubt sein und wir sollten uns dabei selbst erlauben, sowohl den schönen als auch den weniger schönen, vielleicht sogar den hässlichen Seiten Platz zu geben.

Wir brauchen eine starke Bewegung, die alle einschließt – online und offline

Die große Frage, die im Raum stand, wie schaffen wir es all diese Facetten abzubilden und dabei die Community zu empowern anstatt einfach nur ein weiteres Medium zu sein? Deswegen fuhren wir im  Sommer 2018 zu dritt aufs Land, um umgeben von Schafen und Apfelbäumen zu überlegen, was wir mit Fashion Changers eigentlich erreichen wollen. Ziemlich schnell setzte sich das Post-it-Puzzle zusammen: Wir brauchen einen Ort, an dem alle Menschen, und insbesondere Medienschaffende, die sich für Fair Fashion und Nachhaltigkeit interessieren und stark machen, zusammenkommen können. Auch wenn wir nach wie vor an die besondere, kraftvolle Energie von Offline-Events glauben, so möchten wir doch, dass alle die Möglichkeit haben, an unseren Aktionen und unseren Gedanken zu partizipieren. Denn Fashion Changers sind nicht wir als Gründerinnen, sondern alle, die ihre Stimme laut und deutlich nutzen, um fairere Bedingungen in der Modeindustrie zu fordern. Und so soll diese Online-Plattform künftig neben unseren Events ein Zuhause für die Fair Fashion-Community sein und für alle, die sich für das Thema interessieren, aber noch nicht so recht wissen, wie und wo sie anfangen sollen. Uns ist sowohl offline als auch online wichtig, dass wir nicht in unserer kleinen, und oft so bequemen Fair Fashion-Blase bleiben, sondern jeden noch so kleinen Schritt gen Nachhaltigkeit unterstützen. Denn wir brauchen nicht noch mehr Grüppchen, wir brauchen eine starke Bewegung.

So haben wir uns das bei 37 Grad im Schatten gedacht und auch bei 3 Grad fühlt sich dieser Gedanke mehr als richtig an. Hinter uns liegen fünf Monate, in denen wir geplant, gemacht, verworfen, überarbeitet, umgedacht, und weitergemacht haben. Und auch wenn Bescheidenheit gewöhnlich als Tugend aufgefasst wird, möchten wir an dieser Stelle mal kurz sagen: Wir sind verdammt stolz auf das, was wir auf die Beine gestellt haben. Und wir sind uns sicher, dass wir gemeinsam mit euch Großes bewegen können.

Die Power der Community bündeln

Was genau das alles ist? Neben einem Eventkalender mit den besten Nachhaltigkeitsevents gibt es einen Modeaktivismus-Bereich mit aktuellen Mitmach-Aktionen, eine kuratierte Übersicht von Labels und Content Creators, die hoffentlich stetig wächst, sowie das Fashion Changers Magazin. Uns ist es wichtig, dass das Magazin nicht von uns handelt, sondern zeigt, was Content Creators bewegt. Und weil wir an die Power der Community glauben, bauen wir das Magazin gemeinsam mit sechs Contributors auf, die sich seit langem für Nachhaltigkeit einsetzen, die das Magazin mit Wissen und Reflektiertheit bereichern werden und dort auch mal über Themen schreiben, die sonst eher unter den Tisch fallen. Wer diese wunderbaren Frauen sind, könnt ihr hier sehen. So viel sei verraten: Der Januar wird ziemlich geil (sorry, das Wort steht leider ziemlich weit oben im Fashion Changers-Glossar) und auch ein wenig verrückt. Are you in?

#letschangethatfashiongame

Eure Jana, Nina & Vreni

 

Foto Header: (c) Lydia Hersberger

Hinter den 2017 gegründeten FASHION CHANGERS stehen Vreni Jäckle, Nina Lorenzen und Jana Braumüller. Die Gründerinnen selbst kommen aus der Blogosphäre und bringen neben dem nötigen Know-How auch ein großes Netzwerk mit. Durch ihre eigene Arbeit in der Fair Fashion-Szene wissen sie, dass nachhaltige Mode den Sprung aus der Nische nur mit einer starken Community schaffen kann. #letschangethatfashiongame

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