5 Möglichkeiten, sich ehrenamtlich zu engagieren

Der Wunsch, sein Leben mit einem tieferen Sinn zu füllen, ist bei vielen Menschen vorhanden. Diese Sehnsucht wird dann oftmals mit ehrenamtlichen Engagement gestillt. Allerdings ist aller Anfang schwer und aus den ersten guten Vorsätzen ergeben sich auch gleich die ersten Fragen: Für welchen Zweck oder welche Organisation möchte ich mich engagieren? Wie genau funktioniert das? Was muss man mitbringen und wieviel Zeit sollte man investieren können? Ich möchte euch fünf Möglichkeiten vorstellen, wie ihr euch ehrenamtlich engagieren könnt.

Die guten Vorsätze, sich ehrenamtlich zu engagieren, werfen sogleich die ersten Fragen auf

Was der Wunsch nach ehrenamtlichen Engagement mitbringt: vor allem Eigeninitiative, denn die ersten Schritte musst du selbst gehen. Damit die ersten Vorsätze nicht schnell wieder im Sande verlaufen, solltest du in dich hineinhorchen, welches Thema dir wirklich am Herzen liegt. Nur wenn man mit Leidenschaft für eine Sache brennt, wird man auch seine wertvolle Freizeit in sie investieren.

Bei der ersten Kontaktaufnahme geht es auch um eine realistische Einschätzung: Welche Eigenschaften und Qualifikationen bringst du mit? Wo könntest du ein Mehrwert für eine Organisation sein? Und wieviel Zeit kannst du realistisch in ein neues Projekt investieren? Außerdem solltest du möglichst langfristig denken, denn es kostet Organisationen auch immer wieder Zeit und Energie, neue Mitglieder*innen einzuarbeiten.

Um den Einstieg für dich ein wenig leichter zu machen, zeige ich dir fünf Möglichkeiten, je nach Zeitumfang, wie man sich ehrenamtlich engagieren kann. Die Bereiche dabei sind vielfältig – ob nun Tier- oder Umweltschutz, bei den Tafeln oder für Menschenrechte.

Werde finanzielles Fördermitglied

Es klingt zwar banal, aber Organisationen sind von finanziellen Mitteln abhängig. Die wenigsten werden staatlich gefördert. Die meisten finanzieren sich rein über Spendengelder. Deswegen hilft es bei der langfristigen Planung, wenn man Fördermitglieder*innen hat, die regelmäßig einen Beitrag zahlen. Man ist dann zwar kein aktives Mitglied, aber mit der regelmäßigen Spende können Aktionen geplant werden und der ganze Organisationsapparat bleibt am Laufen.

Trag dich in den Newsletter eines Vereins oder einer Organisation ein

Viele Organisationen – wie zum Beispiel PETA – haben einen Newsletter für Menschen, die an Aktionen interessiert sind. So bleibst du auf dem Laufenden, welche Aktion, wo, in welcher Stadt stattfindet, und kannst dich anschliessen, wenn Ort und Zeit für dich passen. Auch das mag banal klingen, aber je mehr Menschen sich solchen Aktionen anschließen, umso effektiver sind sie. Oft wird in diesen Newslettern auch darum gebeten, Protestbriefe an Politiker*innen oder Unternehmer*innen zu verfassen oder Petitionen zu unterzeichnen. So bist du mit wenigen Minuten in der Woche schon aktiv für eine gute Sache.

Werde ein aktives Mitglied

Wenn du eine Organisation gefunden hast, die dich interessiert, dann zeig Initiative und schreib sie direkt an. Erzähl von deinen Qualifikationen und wieviel Zeit zu investieren kannst. Die meisten Organisationen sind dankbar für aktive Mitglieder*innen. Manchmal muss man sich aber auch erst bewähren und in der Hierarchie nach oben arbeiten. Ob du dich nun im Hintergrund mit den bürokratischen Angelegenheiten beschäftigst, einen Social Media-Kanal betreust oder Aktionen organisierst, hängt von dir und dem Bedarf der Organisation ab.

 

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Werde Vorsitzende*r in einem Verein oder einer Organisation

Du bist schon aktives Mitglied in einem Verein oder einer Organisation und möchtest noch mehr Einfluss ausüben oder Entscheidungen aktiver vorantreiben? Dann bewirb dich als Vorsitzende*r. Es ist enorm wichtig, dass an der Spitze von Vereinen/Organisationen Menschen sitzen, die viel Herzblut in die Sache stecken.

Gründe einen eigenen Verein oder eine eigene Organisation

Manchmal findet man für sich einfach nicht die richtige Sache, die den Einsatz lohnt. Oder du hast selbst gute Ideen, die du umsetzen möchtest. Fang an! Es geht immer mit einer Aktion los und mündet dann vielleicht sogar in einen eigenen Verein. Wenn du zum Beispiel Sachspenden in andere Länder fahren willst, dann sammle im Freundes- und Bekanntenkreis, mach öffentliche Aufrufe, schreib Unternehmen an, ob sie dich unterstützen möchten. Jede Aktion bringt neue Expertise. Nach und nach kann man mehr wagen – vielleicht ebnet das den Weg für dein eigenes Wunschprojekt.

Sprich über deine Taten und motiviere andere ebenfalls

Jetzt kommt noch ein Gratis-Tipp zum Abschluss. Denn Bescheidenheit hilft bei der ehrenamtlichen Tätigkeit leider nicht weiter. Sprich mit anderen darüber, was du machst und was du damit bewegst. Nur so werden auch andere Menschen motiviert, ebenfalls Gutes zu tun. Sprich über deine Erfahrungen und zeig, dass der erste Schritt eben doch leicht gemacht ist und es manchmal nur wenige Minuten im Alltag braucht, um eine Veränderung in der Welt zu erzielen.

Organisationen oder Vereine, in denen du dich ehrenamtlich engagieren kannst

Ich liste hier nur ein paar Vorschläge für dich aus verschiedenen Bereichen auf. Die Möglichkeiten sind aber sicher unendlich. Wichtig ist es, sich vor dem ehrenamtlichen Engagement ein eigenes Bild von der Organisation zu machen. Welche Themen liegen dir besonders am Herzen? Wie möchtest du dich engagieren? Außerdem solltest du abgleichen, ob du mit den Werten der Organisation oder des Vereins übereinstimmst. Immer wieder geraten leider auch Non-Profit-Organisationen in die Kritik, weil die Arbeitsbedingungen nicht stimmen oder selbst zum Beispiel sexistisches Verhalten reproduziert wird. Die Auswahl hier gilt also lediglich als kleiner Überblick.

Menschenrechte

  • Amnesty International deckt weltweit Menschenrechtsverletzungen auf und wird aktiv, wenn Menschen akut bedroht sind. Leider sind in den letzten Jahren die Arbeitsbedingungen bei Amnesty International immer wieder in Frage gestellt worden, sodass man sich vor dem ehrenamtlichen Engagement auf jeden Fall informieren sollte, wie es am eigenen Standort abläuft.
  • Unicef ist eine Organisation der UN, die Kindern in Entwicklungsländern und Krisengebieten hilft.
  • Terre des Femmes kämpft für ein gleichberechtigtes und selbstbestimmtes Leben von Frauen und Mädchen.
  • FEMNET e.V.  setzt sich mit politischem Engagement, Bildungs- und Beratungsarbeit
    sowie einem Solidaritätsfonds für die Rechte von Frauen in der globalen Bekleidungsindustrie
    ein.
  • future fashion forward e.V. fördert die Aufklärung in der Textil- und Modeproduktion und koordiniert in Deutschland die Fashion Revolution-Kampagne. Besondere Schwerpunkte legen sie auf Nachhaltigkeit, Umwelt, Sozialstandards und soziale Gerechtigkeit.
  • Sea-Watch e.V. ist eine gemeinnützige Initiative, die sich der zivilen Seenotrettung von Flüchtenden verschrieben hat.

Tierschutz

  • Die bekannteste Tierrechtsorganisation ist wohl PETA – sie wird aber auch immer wieder kritisch durch gewagte (und teilweise sexistische) Werbung und aufsehenerregende Aktionen betrachtet.
  • VIER PFOTEN kämpft für jede Tierseele. Die Organisation finanziert sich allein durch Spenden und du kannst sogar Patenschaften für einzelne Tiere übernehmen.
  • Die Albert Schweitzer Stiftung setzt sich für weniger Tierleid in der Lebensmittelindustrie ein.
  • Sea Shepherd sind die tierfreundlichen Piraten der Meere und setzen sich für den Schutz mariner Ökosysteme ein.

Umweltschutz

  • Greenpeace hat in Deutschland ca. 560.000 Mitglieder (Quelle: Utopia) und macht ebenfalls mit spektakulären Aktionen auf sich und den Umweltschutz aufmerksam.
  • DAV – Deutscher Alpenverein ist die größte Umweltorganisation Deutschlands und besticht durch Naturschutzaktivitäten hauptsächlich im alpinen Raum.
  • Den WWF kennt wohl so ziemlich jede*r – allein durch das prägnante Panda-Logo. Die Organisation setzt sich für den Schutz bedrohter Tier- und Pflanzenarten ein. Jedoch stand auch der WWF bereits öfters in der Kritik.

Lebensmittelrettung

  • Die Tafeln retten noch gut erhaltene und essbare Lebensmittel und helfen damit sozial benachteiligten Menschen.
  • Foodsharing setzt sich gegen die Lebensmittelverschwendung ein und rettet ungewollte und überproduzierte Lebensmittel.

 

Mit diesem Beitrag erhältst du nur einen kleinen Einblick in die unzähligen Möglichkeiten vom ehrenamtlichen Engagement. Hoffentlich ist er dir eine kleine Hilfestellung bei den ersten Schritten. Das Wichtigste ist deine eigene Einstellung und Eigeninitiative, die ersten Schritte zu gehen. Einen großen Überblick über die unterschiedlichen Möglichkeiten, weitere Tipps und Organisationen findest du zum Beispiel bei Gute Tat oder Betterplace. Wenn du dich bereits ehrenamtlich engagiert, freuen wir uns über deine Erfahrungsberichte und Empfehlungen.

Titelbild: © Arjunsyah/unsplash.com, © Markus Spiske/unsplash.com

Bina ist Modedesignerin, Mutter und Tierschützerin. Auf ihrem Blogazine stryleTZ schreibt sie über faire Mode, Veganismus und Nachhaltigkeit. Ihre Mission: Bina möchte zeigen, dass Fair Fashion locker mit konventioneller Mode mithalten kann. Außerdem glaubt die Hamburgerin fest daran, dass jeder Schritt in die richtige Richtung zählt. Deswegen lautet Binas Motto auch „Be the Change“.

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