Fashion Changers News

Fashion Changing News: „nachhaltiges“ Zalando, Petitionsübergabe für faire Mode & Pop-Ups im Dezember

Messe Frankfurt kooperiert mit UN für nachhaltige Entwicklungsziele

Die Nachhaltigen Entwicklungsziele der UN sollen auf den Textilveranstaltungen der Messe Frankfurt (über 50 weltweit) vorgestellt werden. Damit werden über eine halbe Million Fachbesucher erreicht. Erstmals Thema bei einer Veranstaltung der Messe Frankfurt waren die Entwicklungsziele während der NEONYT im Januar 2019 in Berlin. Nun besteht eine Kooperation mit der Conscious Fashion Campaign und dem United Nations Office for Partnerships. Die Conscious Fashion Campaign bringt Akteur*innen der Modeindustrie zusammen, um die Erreichung der Nachhaltigen Entwicklungsziele voranzutreiben. Die Modeindustrie habe einen enormen Einfluss auf die Erreichung der Ziele, so Robert Skinner, Executive Director beim United Nations Office for Partnerships (gegenüber Fashion United). Auch während der Berliner Fashion Week im Januar 2020 werden die Nachhaltigen Entwicklungsziele wieder eine Rolle auf der NEONYT spielen.

 

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Petitionsübergabe #fairbylaw am 27.11.2019

Nachdem die Berliner Unternehmerin Lisa Jaspers (Folkdays) über 154.000 Stimmen für ihre Petition #fairbylaw gesammelt hat, die ein Gesetz zur unternehmerischen Sorgfaltspflicht fordert, konnten wir endlich den nächsten Schritt gehen. Am 27. November haben Initiatorin Lisa Jaspers und Fashion Changers als Medienpartnerinnen die Unterschriften gemeinsam mit Aktivist*innen, darunter Fridays For Future und Scientists For Future, sowie Unterstützer*innen und Pressevertreter*innen an die Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Arbeit und Soziales, Kerstin Griese (SPD), übergeben.

In den Redebeiträgen erinnerten Lisa Jaspers und Nina Lorenzen (Fashion Changers) an den Koalitionsvertrag zwischen CDU/CSU und SPD, der ein Gesetz vorsieht, sollten die Ergebnisse der derzeitigen Überprüfung von 500 deutschen Unternehmen zeigen, dass eine freiwillige Selbstverpflichtung der Unternehmen nicht ausreicht. „Fehlende Transparenz kostet Leben. Und Freiwilligkeit kostet Zeit und wir haben keine Zeit. (…) Wir stehen hier als wachsame Bürger*innen vor Ihnen, um Sie als Entscheidungstragende an Ihre ökologische und menschenrechtliche Verantwortung in einem unnachhaltigen und unfairen Wirtschaftssystem zu erinnern“, schloss Nina ihre Rede ab. Wir freuen uns, dass wir mit dem BMAS endlich einen politischen Treiber dieses Gesetzes auf unserer Seite haben. Gleichzeitig wissen wir, dass wir jetzt – mehr als vorher – Druck machen müssen, damit ein solches Gesetz auch Realität wird und die 153.000 Stimmen weiterhin gehört werden. Denn eines wurde bei der Übergabe auch klar: Die Zukunft eines Gesetzes zur unternehmerischen Sorgfaltspflichten ist noch ungewiss.

Aktivist*innen, Unterstützer*innen, Presse und Regierungsvertreter*innen bei der Übergabe im Bundesministerium für Arbeit und Soziales © Victoria Kaempfe

Der Klimastreik vom 29.11.2019

Am 29.11. haben Zehntausende in Berlin erneut für das Klima gestreikt und sind auf die Straße gegangen – viele weitere auch in anderen Städten. Unter dem Motto #NeustartKlima forderten sie eine angemessene Klimapolitik, die sich an das Pariser Abkommen hält und äußerten außerdem Kritik am aktuellen Klimapaket der Regierung, das während der Demonstrationen häufig als „Klimapaketchen“ bezeichnet wurde. In Berlin wurden die Demonstrationen unter Anderem auch von prominenten Musikern wie Seeed unterstützt, die ohne Gage auftraten. Außerdem kam in Berlin auch zur Sprache, wie wichtig die Betrachtung der Modeindustrie beim Klimaschutz ist: Fashion Changers-Co-Gründerin Jana hielt einen Redebeitrag (nachzusehen auf @fashionchangers).

Wird Zalando nachhaltig?

Zalando versieht seit Kurzem Produkte mit dem Wort „Nachhaltigkeit“. Außerdem gibt es eine Filterfunktion, mit der sich Online-Shopper*innen direkt die Kleidung anzeigen lassen können, die laut Zalando nachhaltig sind. Diese Kategorisierung verwirre mehr als dass sie Klarheit schaffe, so das Handelsblatt. Anstatt die Suche nach nachhaltiger Mode wirklich einfacher zu machen, wirft Zalando hier eine neue, willkürliche Kategorisierung dessen auf den Markt, was Nachhaltigkeit bedeutet. So gelten beim Online-Riesen nämlich schon solche Produkte als „nachhaltig“, die nur eine von vielen Anforderungen erfüllen. So werden beispielweise Produkte ausgezeichnet, die nur zum Teil recyceltes Material verwenden. Hier lässt sich berechtigterweise die Frage stellen, ob dieser Schritt von Zalando nicht sogar schädlich ist, da er Verwirrung stiftet, was Nachhaltigkeit bedeutet und somit zur Verwässerung des Begriffs beiträgt.

Olympia 12/06/2020

Am 21.11. startete das Crowdfunding „12/06/2020“, das 60.000 bis 90.000 Menschen im Olympiastadion versammeln soll, um gemeinsam Petitionen zu den Themen Klimakrise und soziale Ungerechtigkeit zu unterschreiben. Es soll ein Gefühl der gemeinschaftlichen Aktivierung entstehen, zusammen etwas für Klimaschutz und Gerechtigkeit tun zu können. Initiator der Kampagne ist das Berliner Unternehmen einhorn. Das Projekt zieht seit der Liveschaltung der Crowdfunding-Kampagne sehr viel Aufmerksamkeit auf sich und so wurde auch bereits Kritik bezüglich der hohen zu finanzierenden Summe und den Motiven laut. Anfangs würde die Veranstaltung als Bürger*innenversammlung bezeichnet, davon distanzieren sich die Initiatoren aber mittlerweile. In einem ausführlichen FAQ geht einhorn-Gründer Waldemar Zeiler auf die Kritik ein. Aktuell hat das Projekt über 500.000 Euro von 1,8 Millionen eingesammelt. Die Kampagne läuft noch bis zum 24. Dezember.

Disrupting Black Friday

Die Fotografin Cherie Birkner, die außerdem die Online-Plattform Sustainable Fashion Matterz bespielt, hat gemeinsame Sache mit Tainá Guedes (Gründerin Food Art Week), Lydia Maurer (Gründerin PHYLYDA) und Camila Soares (Executive Media Producer) gemacht und eine Anti-Black-Friday-Kampagne ins Leben gerufen. Die Idee: anstatt Rabatte auf die aktuellen Kollektionen anzubieten, sollen Modelabels viel eher Produkte aus früheren Saisons, Samples oder Teile mit kleinen Makeln günstiger anbieten. Auf diese Art findet ungenutzte Kleidung neue Besitzer*innen und Modelabels können Aufmerksamkeit auf sich ziehen, ohne am Rabattwahn teilzunehmen. Begleitet wird die Kampagne von kreativen Fotos, die unseren Überkonsum zum Thema machen.

 

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Mehrere Pop-Up-Shops im Dezember

In Vorbereitung auf die Weihnachtszeit kündigen viele Labels und Brands Pop-Up-Shops an. Das Prinzip: einen zeitlich begrenzten Shop schaffen, in dem verschiedene Brands verkauft werden – meistens kleine Labels oder Marken, die vor allem lokal bekannt sind.

Das sind die schönsten Pop-Up-Shops im Dezember:

Ode an die Freunde – Der Slow Pop-Up-Shop von Dzaino findet vom 30. November bis 14. Dezember in der Heinrich-Heine-Straße 36 in Berlin statt. Mit dabei sind u.a. Kluntje, Almost 30, New Kids In The Hood und hejhej-mats. Außerdem gibt es auch Special Events wie z.B. ein Repair Café am 07. und 08. Dezember.

FOLKDAYS & Friends Pop-up Shops – Das Fair Fashion-Label Folkdays wird gleich an zwei Standorten im Dezember präsent sein. Vom 02. bis 21. Dezember kann man in Berlin schöne, fair produzierte Waren kaufen (Mit dabei z.B. ooshi, people berlin, Sister und Conflictfood). Am 06. und 07. Dezember macht der Pop-up auch in Wien in der Burggasse 24 Halt.

Der Super Fashion Markt – In Köln hat man vom 06. – 08. Dezember die Möglichkeit im Museum für Angewandte Kunst Mode, Schmuck und Accessoires von 40 verschiedenen Labels zu shoppen. Das ist Museumserlebnis, Weihnachtsshopping und Kaffeepause in einem Event vereint.

Hinter den 2017 gegründeten FASHION CHANGERS stehen Vreni Jäckle, Nina Lorenzen und Jana Braumüller. Die Gründerinnen selbst kommen aus der Blogosphäre und bringen neben dem nötigen Know-How auch ein großes Netzwerk mit. Durch ihre eigene Arbeit in der Fair Fashion-Szene wissen sie, dass nachhaltige Mode den Sprung aus der Nische nur mit einer starken Community schaffen kann. #letschangethatfashiongame

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