Wieso wir die Fashion Changers Konferenz brauchen

Am 15.10.2020 war es endlich soweit und die erste Fashion Changers Konferenz fand unter dem Motto „Mode & Verantwortung“ digital statt. In diesem Beitrag wollen wir einen Einblick über die Hintergründe der Konferenz geben: Wieso brauchen wir sie gerade jetzt, was ist das Potenzial einer solchen Konferenz? Und wo soll es in Zukunft mit dem Format hingehen?

Wieso „Mode & Verantwortung“?

Wir haben der Fashion Changers Konferenz letztes Jahr den Namen Mode & Verantwortung gegeben. Ohne zu ahnen, was das Jahr 2020 an Herausforderungen bereithält. Und genau deswegen ist klar, dass nicht erst dieses Jahr – nicht Corona – uns zeigt, dass wir Verantwortung übernehmen müssen. Der Ruf nach mehr Verantwortung in der Modebranche ist schon lange da, wurde aber von zu vielen immer wieder ignoriert. 

Mit der Fashion Changers Konferenz wollen wir diesem Ruf Gehör verschaffen – gemeinsam mit der Branche. Denn es gibt sie längst: die verantwortungsvollen Vordenker*innen, die Innovativen, die Modeverbesser*innen mit richtig guten Ideen. Um genau diese Menschen und ihre Ideen nach vorne zu bringen, brauchen wir nicht nur mehr Sichtbarkeit und mehr Unterstützung der Politik. Wir brauchen auch einen Ort, an dem wir uns professionell austauschen können. Denn oft stehen wir vor spezifischen Problemen, die auftreten, wenn man die Branche positiv beeinflussen will: Wie geht Wirtschaftlichkeit und Verantwortung zusammen? Wie funktioniert Gemeinwohl-Ökonomie? Sollten Unternehmen sich politisch positionieren und was macht man eigentlich, wenn plötzlich alle vermeintlich „nachhaltig“ sind?

Diesen spezifischen Fragen auf den Grund zu gehen, haben wir mit der Fashion Changers Konferenz 2020 begonnen. Und wir sind überzeugt davon, dass in diesem Format noch sehr viel Potenzial steckt, um die Modebranche gemeinsam in eine verantwortungsvollere Zukunft zu bewegen.

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Kamera, Regie und Schnitt: nXm
Musik: Marcel Braumüller-Neumann

Individuelle Verantwortung vs. kollektive Verantwortung

Es folgen einige Auszüge aus unserer Eröffnungskeynote der Fashion Changers Konferenz 2020, die wir an dieser Stelle nochmal teilen möchten.

2020 hat uns alle an unsere individuelle Verantwortung in der Gesellschaft erinnert. Doch kann verantwortungsvolles Handeln auch darüber hinausgehen? Können wir Verantwortung übernehmen, ohne die Auswirkung davon direkt zu spüren oder zu sehen? Können wir vielleicht sogar kollektiv Verantwortung übernehmen?

Wir glauben fest daran, dass dies möglich ist. Und dass die Mode das Potenzial hat genau diese Veränderung im Verantwortungsbewusstsein zu schaffen. Mode ist ein Spiegel unserer Gesellschaft. Welches Spiegelbild wollen wir sehen? Genau das möchten wir heute gemeinsam mit euch herausfinden.

2020 – das Lieferkettengesetz-Jahr

2020 war aber nicht nur das Jahr von Corona, sondern auch das Lieferkettengesetz-Jahr. Viel hat sich getan, was wir mitunter schon gar nicht mehr für möglich gehalten hätten – auch wenn Aktivist*innen sich neue kreative Wege ausdenken mussten, um ihren Protest auf die Straße zu bringen.

Als wir im letzten Jahr mit vielen Unterstützer*innen Lisa Jaspers Petition #fairbylaw an das Bundesministerium für Arbeit und Soziales übergeben haben, spürten wir, was es bedeutet als Bürgerin und Bürger Verantwortung zu übernehmen. Und wir fühlten uns gestärkt in der Gemeinschaft mit anderen etwas bewirken zu können. Schon wenig später verflog jedoch diese Euphorie und wir mussten auch erkennen, dass politisches Engagement Grenzen haben kann.

Vor einigen Monaten dann endlich der erste Entwurf von Bundesentwicklungsminister Gerd Müller und Bundesarbeitsminister Hubertus Heil zum Lieferkettengesetz. Doch was bedeutet dies nun? Wo stehen wir? Welchen Einfluss kann das Lieferkettengesetz auf die Modebranche haben? Was bedeutet das für uns? Und noch viel wichtiger: Was bedeutet es für die globalen Lieferketten, die ihren Ursprung oft im Globalen Süden haben oder gänzlich dort liegen? 

Wir brauchen nicht mehr Charity-Aktionen, sondern echte Solidarität. 

© Constanze Neubert

Individueller Konsum vs. gesellschaftliche Verantwortung

In Interviews werden wir häufig gefragt, wie denn nun der gute Konsum aussieht. Oft sagen wir dann: Darum geht’s nicht, es ist komplizierter. 

Was sind hier die richtigen Fragen? Die nach individuellem Konsum, die nach gesellschaftlicher Verantwortung? Und wie kann das aussehen, wenn wir uns einen zukunftsgerichteten, nachhaltigen Konsum vorstellen? Kann Mode als System noch so bestehen bleiben? 

Dieses Jahr hat uns die Schwachstellen dieses Systems mehr denn je vor Augen geführt und spannende Fragen für eine breitere Masse in der Modebranche auf den Tisch gebracht: 

Machen die Modezyklen, so wie sie sind, noch Sinn? Abläufe, die lange nicht hinterfragt wurden, erschienen plötzlich absurd. Wie kann es sein, dass bereits nach 2-3 Wochen Ausfall des Einzelhandels Millionen Textilarbeiter*innen von Entlassungen betroffen sind?

Auch diese Fragen sind Teil der Fashion Changers Konferenz.

Ciani-Sophia Hoeder im Gespräch mit Vreni Jäckle
© Constanze Neubert
“It’s not a movement, if everyone’s just sitting. That’s a support group.”

Wenn wir die Missstände der Modeindustrie aufzeigen, werden wir oft gefragt, ob Mode nicht auch Spaß machen darf.
Na klar, darf Mode Spaß machen. 
Wenn wir zeigen, dass Mode Spaß machen darf, werden wir oft gefragt, ob das nicht im Widerspruch zu Überkonsum und Kapitalismus steht.
Na klar, streng genommen tut es das.
Aber nur weil ich Spaß an Mode habe und du dich für Mode interessierst, heißt das nicht, dass wir das System nicht kritisieren dürfen. Im Gegenteil.

Die Tochter von Ruth Bader Ginsburg, Jane Ginsburg, soll einmal zu ihrer Mutter gesagt haben: “It’s not a movement, if everyone’s just sitting. That’s a support group.”
Die Fashion Changers Konferenz soll keine Selbsthilfegruppe sein, auch wenn es sich manchmal angesichts all der Herausforderungen in der Welt so anfühlt. Um wirkliche Veränderung voranzubringen und eine Bewegung entstehen zu lassen, müssen wir uns in Bewegung setzen.

Dass auch die nachhaltige und faire Modebranche endlich anti-rassistisch handeln muss und Mode als Vehikel für soziale Teilhabe, Diversität und Inklusion begreifen muss, steht für uns außer Frage.
Solange Fair Fashion nicht intersektional agiert, kann sie den Mainstream nicht erreichen. Solange Mode nur nachhaltig ist, kann sie keinen wirklichen Unterschied machen. 

Die Verantwortung von Mode – ökologisch und sozial – ist groß. Wir sollten diese Verantwortung nicht als Bürde, sondern als Chance begreifen. Als Chance dafür, Bestehendes zu hinterfragen und Neues zu wagen. Mode kann Menschen empowern und sichtbar machen – entlang der kompletten Lieferkette. Das ist ihr Potenzial. Und genau das sollte ihr Anspruch sein. Lasst uns dieser Verantwortung gemeinsam nachkommen und uns in Bewegung setzen.

Die Fashion Changers Konferenz – ein Aufbruch

Die erste Fashion Changers Konferenz 2020 fühlte sich für viele von uns nach Aufbruch und Kooperation an. Wir sind dankbar, dass wir trotz der herausfordernden Umstände einen Tag voll guter Impulse schaffen konnten und bedanken uns sehr bei allen Beteiligten.

„Danke, es war total inspirierend für unser neu gegründetes Kinder-Label."
„A massive shoutout to the Fashion Changers team for their incredible organizational skills and for making the process so smooth and easy - one of the best digital conferences I have been part of."
„Danke an Fashion Changers für diese unglaublich informative und inspirierende Konferenz."
„So ein spannendes und abwechslungsreiches Programm. Habe einiges Neues gelernt, schon Bekanntes vertiefen können und auch darin neue Aspekte gesehen. Hat richtig gut getan und mich weiter bestärkt, indem was ich tue."
„Es war wahnsinnig spannend und auch sehr vielfältig und empowernd."
„Eine Top-Auswahl an Speaker*innen"
„Wir haben viel gelernt und können nun viel an unser Team weitergeben."

Die Fashion Changers Konferenz Mode & Verantwortung wurde gefördert durch die Landesstelle für entwicklungspolitische Zusammenarbeit Berlin und unterstützt von Wildling Shoes, Tchibo, Lanius, i+m Naturkosmetik, Lebenskleidung, Good Garment Collective, Creative Waste Collective, Elmer & Zweifel, Ecosia, Jan 'n June und Dzaino. Vielen Dank!

Sponsoren Fashion Changers Konferenz 2020

Fashion Changers Konferenz 2020: Programm & Inhalte

Die erste Fashion Changers Konferenz Mode & Verantwortung fand am 15.10.2020 in Berlin und deutschlandweit digital statt.

Das Konferenzprogramm gab den Teilnehmenden neue Impulse und Handlungsempfehlungen für den Berufsalltag und lud dazu ein, sich in den Bereichen Kommunikation, Materialien, Diversität, Finanzen und Politik weiterzubilden. Mit Expert*innen, die Bestehendes hinterfragen, neue Perspektiven aufzeigen und die Modebranche positiv verändern wollen.

Das gesamte Konferenzprogramm im Überblick

Fashion Changers Konferenz Programm

Mode & Verantwortung

Eröffnungs-Keynote von den Fashion Changers Gründerinnen Jana Braumüller, Nina Lorenzen und Vreni Jäckle

Solidarisch zusammenarbeiten: Was macht globale Partnerschaften erfolgreich für alle? 

Paneldiskussion mit Jörg von Kruse (i+m Naturkosmetik Berlin), Beatrace Angut Oola (Fashion Africa Now), Samira Mahboub (Soziologin & Unternehmerin), moderiert von Kemi Fatoba (Journalistin)

Über die letzten Jahre wurden die textilen Lieferketten weltweit komplex aufgebaut. Häufig wird dabei in Ländern des globalen Süden produziert – aber auch designt. Die vor Ort reiche Handwerkskunst dient dabei oft dem teuren Weiterverkauf in Industrienationen. Doch wie können Unternehmen auf Augenhöhe mit Partner*innen im globalen Süden zusammenarbeiten? Welchen Impact können Unternehmen aus Deutschland schaffen, um Menschen wirklich zu empowern und ohne Charity, dafür aber mit großer Solidarität Perspektiven vor Ort zu schaffen? Diese und weitere Fragen bespricht Journalistin Kemi Fatoba mit dem Geschäftsführer von i+m Naturkosmetik Berlin Jörg von Kruse, Fashion Africa Now Gründerin Beatrace Angut Oola und Sozialunternehmerin Samira Mahboub.

Zwischen Innovation und Veränderung: Wie gestaltet sich die Mode der Zukunft?

Vortrag von Sabinna Rachimova (Modedesignerin)

Die Zukunft der Mode ist nachhaltig – da sind wir uns sicher. Aber wie wird sich die faire Modewelt verändern? Wie sehen zukünftige Modezyklen aus? Wer sind die Kund*innen von morgen? Und wie lässt sich die aktuelle Lücke zwischen Bewusstsein und Verhalten schließen? All diesen Fragen widmet sich Modedesignerin Sabinna Rachimovas in ihrem Vortrag.

Von Move to Movement. Bausteine für ein erfolgreiches Purpose-Unternehmen

Vortrag von Christina Eckert (Head of Marketing Wildling Shoes)

Die Annahme, dass Wirtschaftlichkeit ein Ausschlusskriterium für nachhaltig agierende Unternehmen ist, ist immer noch weit verbreitet. Gewinnmaximierung und Skalierbarkeit sind nicht nur in der Fast Fashion maßgebliche Erfolgsindikatoren, auch viele Fair-Fashion-Labels reproduzieren dieses Wirtschaftsverständnis. Gleichzeitig zeigen immer mehr Unternehmen, dass wirtschaftlicher Erfolg und Gemeinwohl durchaus vereinbar sind. In ihrem Vortrag spricht Christina Eckert (Head of Marketing bei Wildling Shoes) darüber, warum man Unternehmertum neu denken sollte und wie Purpose-Unternehmen glaubwürdig gesellschaftliche Veränderung vorantreiben können – und gerade deswegen erfolgreich sind.

Anti-Rassismus in der Mode: Neue Wege und Impulse

Vortrag von Anja Saleh (Poetin, Aktivistin & Mitgründerin des Labels Tavii)

Aktivist*innen und Betroffene sagen es schon lange: Damit sich langfristig etwas ändert, müssen sich alle Teile der Gesellschaft mit strukturellem Rassismus beschäftigten – auch die (faire) Modeindustrie. Dass sich das System ändern muss, steht außer Frage. Aber wie kann Mode antirassistisch sein? Wie bringen wir mehr Diversität in die Branche? Wie sieht eine Modewelt aus, die für alle Menschen da ist und alle repräsentiert? In ihrem Vortrag liefert Aktivistin & Autorin Anja Saleh Antworten auf diese wichtigen Fragen.

Business & Aktivismus: Wie passt das zusammen?

Interview-Session mit Clara Mayer (Fridays For Future Aktivistin), Dr. Katharina Reuter (Unternehmensgrün) und Ciani-Sophia Hoeder (Journalistin), moderiert von Jana Braumüller, Vreni Jäckle und Nina Lorenzen

Business und Aktivismus – wie geht das zusammen? Clara Mayer (Fridays For Future-Aktivistin), Dr. Katharina Reuter ( Agrarökonomin und Geschäftsführerin von Unternehmensgrün) und Ciani-Sophia Hoeder (Journalistin und Gründerin des „Rosa Mags“) haben aus unterschiedlichen Perspektiven erfolgreiche Lösungen für diese Frage gefunden. In der Interview-Session, moderiert von den drei Fashion Changers-Gründerinnen Jana Braumüller, Vreni Jäckle und Nina Lorenzen, diskutieren sie darüber, welche Macht Unternehmen und Gesellschaft im politischen Wandel haben, wie politischer Aktivismus zum Erfolgsfaktor in das eigene Unternehmensverständnis einbezogen werden kann, was die Fair-Fashion-Branche von Grassroots-Bewegungen wie Fridays For Future lernen kann und wo die Grenzen zwischen Aktivismus und Business liegen müssen.

Kommt jetzt das Lieferkettengesetzt? Eine Beleuchtung der Chancen und Herausforderungen aus Unternehmensperspektive

Vortrag von Nanda Bergstein (Director Corporate Responsibility Tchibo GmbH)

Das Lieferkettengesetz soll deutsche Unternehmen dazu verpflichten, sicherzustellen dass Standards wie etwa die Wahrung der Menschenrechte auch von ausländischen Partnern in der Lieferkette eingehalten werden. Eigentlich sollte der geplante Entwurf schon längst durch das Bundeskabinett gegangen sein, doch die Koalition streitet noch immer um einzelne Punkte des Gesetzes (Stand 21. September 2020). Wie ist der aktuelle Stand zum Lieferkettengesetz und was bedeutet dies für die Branche? In ihrem Vortrag spricht Nanda Bergstein (Nachhaltigkeitsmanagement Tchibo GmbH) über die Chancen und Grenzen des Gesetzes, die Auswirkungen auf die Textilbranche und die Herausforderungen für kleine Unternehmen, die das Gesetz auf den ersten Blick nicht betrifft.

Wie kommuniziere ich nachhaltige Themen, wenn plötzlich alle „nachhaltig” sind? Strategien und Tools für effektive Kommunikation

Vortrag von Kay Alexander Plonka (Journalist)

„Nachhaltigkeit“ ist zu einem Buzzword geworden, das immer mehr Unternehmen sich nur zu gern auf die Fahne schreiben. Ob daraus wirkliche Konsequenzen für Produkt und Produktion entstehen, bleibt für die Konsument*innen dabei oft undurchsichtig. Wirklich nachhaltige Unternehmen müssen deshalb transparente Strukturen schaffen, um sich von herkömmlichen Unternehmen abzusetzen und das Vertrauen von Konsument*innen zu gewinnen. Welche Informationen müssen bereitgestellt werden, um Transparenz herzustellen und zum Beispiel die Einhaltung von Menschenrechten offenzulegen? Wie können Unternehmen Transparenz effektiv und erfolgreich kommunizieren? In diesem Vortrag gibt Journalist Kay Alexander Plonka dir wichtige Tools und Strategien in die Hand, um Transparenz herzustellen und verständlich zu kommunizieren.

Post-Wachstum: Wie können wir Wirtschaftssysteme in der Mode neudenken?

Paneldiskussion mit Nanda Bergstein (Tchibo GmbH), Lia Polotzek (Referentin für Wirtschaft, Finanzen und Handel beim BUND) und Sydney Nwakanma (Modedesigner), moderiert von Anna Schunck (Journalistin)

Am 22. August 2020 war Earth Overshoot Day. Von diesem Tag an waren alle natürlichen Ressourcen, die uns für dieses Jahr zur Verfügung standen, aufgebraucht. Immer mehr, immer schneller kann keine Antwort mehr sein. Postwachstums- und Degrowth-Systeme setzen genau da an – und können so auch die Modewelt verändern. Was braucht es, um die Modebranche zu entschleunigen und wie schnell kann Entschleunigung überhaupt gehen? Wo liegen die Grenzen der Postwachstums-Debatte? Und welche anderen alternativen Wirtschaftsmodelle könnten die Modewelt verändern? Darüber diskutiert Moderatorin Anna Schunck mit Nanda Bergstein von Tchibo, Lia Polotzek vom BUND und Modedesigner Sydney Nwakanma.

Rahmenprogramm

Hinweis: Aufgrund der steigenden Zahlen und der Einstufung Berlins als Risikogebiet kann die Fashion Changers Konferenz ausschließlich digital stattfinden. Die Pitch Corner, Masterclasses, Textilwand und Knowledge Corner finden daher nicht wie ursprünglich geplant statt. Die meisten Inhalte konnten wir allerdings digitalisieren – entweder sie wurden in den Live-Stream aufgenommen (siehe aktualisiertes Programm oben!) oder sie stehen nach der Konferenz allen Ticketinhaber*innen im Download-Paket bereit.

Pitch Corner

In der Pitch Corner stellen Macher*innen ihre kreativen, innovativen oder verändernden Ideen vor, um die Modewelt gerechter zu machen. In jeweils 10-Minuten-Pitches bringen dabei die Vortragenden kurz und prägnant auf den Punkt, was aktuell wichtig ist.

  • Hundewolle – ein unterschätztes Material?
    Pitch von Modus Intarsia
  • Wieso Größeninklusion wichtig und möglich ist
    Pitch von Lydia Maurer (Modedesignerin)
  • #FairFashionSolidarity – Die Modezyklen der Zukunft
    Pitch von Anna Kessel (Lanius) 
  • Was wir für faire Löhne wirklich brauchen
    Pitch von Helen Gimber (Inkota)
  • So finanzierst du dein Social Business
    Pitch von Constanze Klotz (Co-Gründerin Bridge & Tunnel)
  • Wie du Greenwashing erkennst und differenziert darüber berichtest
    Pitch von Jennifer Marr (Bloggerin & Autorin)

Knowledge Corner

In der Knowledge Corner informieren und diskutieren Unternehmen über Themen, die die Art und Weise, wir wir arbeiten und wirtschaften, herausfordern und neu denken.

  • New Work
    Infostand von Wildling Shoes
  • Gemeinwohlökonomie
    Infostand von i+m Naturkosmetik Berlin
  • #FairFashionSolidarity
    Infostand von Lanius

Textilwand

Die Textilwand im Foyer der Veranstaltungsräume wird von verschiedenen Expert*innen für Material, Lieferkette und Sourcing bespielt. Anhand eines Real Practice Beispiels zeigen der nachhaltige Stoffanbieter Lebenskleidung, die Sourcing-Expert*innen von Good Garment Collective, die Baumwollpioniere Gebr. Elmer & Zweifel und das Start-up Creative Waste Collective, wie komplex eine Lieferkette im Textilbereich aufgebaut ist, welche Schwachstellen sie hat und wo, auch in der fairen Modebranche, Verbesserungsbedarf besteht. Außerdem präsentieren sie interaktiv, wie wir Kreisläufe sinnvoll schließen könnten und was ein Anheben der Lohnkosten in der Praxis wirklich bedeuten würde.

Masterclasses

Zum Business-Erfolg mit SEO: Wie nutze ich smarte Suchmaschinenoptimierung für nachhaltige Themen?

Masterclass von Martin Grahl (SEO-Experte und Mitgründer von Claneo)

Nachhaltige Themen haben immer noch ein Sichtbarkeitsproblem. Wer sich für nachhaltige Fragestellungen interessiert, muss oft tief in die Suchmaschinensuche einsteigen und lange recherchieren. Nachhaltige Unternehmen und Produkte und Artikel zu dem Thema werden schlechter gefunden als ihre konventionellen Gegenparts. Damit sich das ändert, lohnt es sich in Zeit in Suchmaschinenoptimierung zu investieren. SEO-Experte Martin Grahl zeigt dir in seiner Masterclass, dass das gar nicht schwer ist und wie du nachhaltige Themen durch Suchmaschinenoptimierung erfolgreicher platzierst und dich gleichzeitig von der Konkurrenz absetzt.

Zeit für Vielfalt: Wie gestalte ich Unternehmensstrukturen inklusiver und welche Tools brauche ich, um Diversität umzusetzen?

Masterclass von Floria Susan Moghimi (Diversitäts- und Inklusionsberaterin)

„Diversity is being invited to the party; inclusion is being asked to dance“, so formulierte es die US-amerikanische Diversity- und Inklusionsexpertin Verna Myers 2016. Auch die Fair-Fashion-Branche muss sich fragen, wie sie diverser und inklusiver werden kann. “Es bewirbt sich ja niemand”, ist dabei keine akzeptable Antwort mehr. Wieso sind diverse Teams für nachhaltige Unternehmen wichtig und wie werden Unternehmensstrukturen inklusiver? Wie schreibe ich eine Stellenausschreibung, die möglichst viele Menschen anspricht? Auf diese Fragen gibt Diversitäts- und Inklusions-Beraterin Floria Susan Moghimi in dieser Masterclass Antwort. Darüber hinaus vermittelt sie dir konkrete Tools und Handlungsanweisungen, damit der Wandel der Modebranche von uns allen divers und inklusiv vorangetrieben werden kann.

Hallo Authentizität: Wie funktioniert glaubwürdiges, erfolgreiches und nachhaltiges Influencer*innen-Marketing?

Masterclass von Julia Dalia (Influencerin) und Sina Redfield (Managerin)

Alles für die Reichweite? Social Media ist ein wichtiges Werkzeug für nachhaltige Unternehmen, Fair-Fashion-Marken und Organisationen, die etwas verändern wollen. Ein wichtiges Tool um die eigene Sichtbarkeit zu erhöhen und neue Zielgruppen zu erreichen: Influencer*innen-Marketing. Allerdings läuft man dabei nicht selten Gefahr, die eigene Authentizität aufs Spiel zu setzen. Wie glaubwürdiges, erfolgreiches und nachhaltiges Influencer*innern-Marketing funktioniert und welche Do‘s und Dont‘s es dabei zu beachten gilt, erklären Influencerin Julia Dalia und ihre Agentin Sina Redfield in dieser Masterclass.

Ein Jahr Fashion Changers Plattform – Das wollen wir feiern!

Vor knapp einem Jahr haben wir im Januar auf den imaginären, großen, roten Knopf gedrückt und unsere Online-Plattform live geschaltet. Seitdem ist einiges passiert und der Fashion Changers Kosmos, wie wir ihn gerne nennen, hat sich kräftig erweitert. Wir haben viele Reisen durch Europa gemacht, haben spannende Menschen kennengelernt, durften mit tollen Partner*innen arbeiten, haben ein Buch geschrieben (!), fantastische Events umgesetzt und mit euch ganz viel inspirierenden Gedankenaustausch gehabt.

Dabei ist und war uns immer eins am wichtigsten: Kooperation statt Konkurrenz. Ein Leitsatz, der uns seit Anfang an begleitet und der die letzten drei Jahre stets gehalten hat, was er verspricht: eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe, das Schaffen von sinnvollen Synergien und ein lauteres Sprachrohr für eine gerechtere Welt, in der wir Mode als Vehikel für Empowerment und Wertschätzung verstehen.

Die Fashion Changers Plattform lebt vor allem durch das Fashion Changers Magazin, das dank toller Autorinnen, jede Woche inspirierenden und ermutigenden Content liefert. Außerdem sind wir stolz darauf, dass sich unsere Labelliste immer Stück für Stück erweitert, wir an (mode-)aktivistischen Vorhaben dran bleiben und euch insbesondere via Social Media an unserer Arbeit teilhaben lassen.

Ein Jahr, viele Highlights

Jede von uns hat in diesem Jahr ihre persönlichen Highlights und natürlich auch schwierigen Momente erlebt. Denn, und das wollen wir nicht verschweigen, manchmal ist es auch echt tough das Ganze zu wuppen und mit all dem, was uns auf dem Herzen liegt, am Ball zu bleiben. Was uns jedoch immer wieder weitermachen lässt, ist die Gewissheit, dass wir damit nicht alleine sind und viele kleine Schritte Großes bewirken. Und außerdem haben wir ja auch immer noch uns – eine von uns ist immer da, um die Anderen wieder aufzubauen. Und das ist wirklich goldwert!

Eines unserer Highlights: die modeaktivistische Arbeit auf der Straße und in der Community © Jesse Abrams

Ninas Highlight

„2019 ist so viel passiert und so richtig verarbeitet habe ich die ganzen Eindrücke immer noch nicht. Besonders die Momente, in denen wir die Power der Community offline erleben dürfen, berühren mich. Da wäre zum Beispiel der Demoblock zu Mode und Klima, den wir gemeinsam mit anderen Aktivist*innen organisiert haben, und dem sich beim globalen Klimastreik im September so viele Menschen angeschlossen haben. Oder der Moment, als wir im November die #fairbylaw-Unterschriften übergeben konnten, nachdem wir die Petitionskampagne monatelang online unterstützt hatten. Richtig emotional war für mich auch der Moment, als Jana zu 30.000 Menschen am Brandenburger Tor über Mode und Klima gesprochen hat. Unsere aktivistische Arbeit liegt mir sehr am Herzen und ich bin extrem dankbar, diese Momente mit so großartigen Gleichgesinnten teilen zu können.“

Vrenis Highlight

„Zu sehen, wie die Community zusammenhält, zusammen auf die Straße geht, kritisch ist und mit uns diesen verrückten Fashion Changers Weg geht, ist einfach mein dauerhaftes Highlight. Der Moment, in dem wir drei gerade in Jogginghose vor der Skype-Webcam saßen, um gemeinsam das Manuskript für unser Buch abzuschicken, war aber auch ziemlich unvergesslich und ich weiß noch genau, wie ich dachte: „Mit euch beiden geht halt Vieles, was man irgendwann mal für sehr unrealistisch gehalten hat.“

Janas Highlight

„Im Zusammenhang mit der Fashion-Changers-Plattform sind für mich vor allem auch unsere Contributorinnen ein großes Highlight. Sie hauchen dem Magazin Leben ein und teilen so viele, wertvolle Gedanken mit uns und unseren Leser*innen. Außerdem hat mich unsere politische Arbeit im letzten Jahr wahnsinnig inspiriert. Klimaangst und Ungerechtigkeit begegnen wir mit aktiver, politischer Teilhabe. Das ist zwar manchmal auch frustrierend, aber vor allem sehr empowernd.“

Einen Geburtstag soll man feiern

Das größte Geschenk für uns an diesem Geburtstag seid ganz klar IHR. Ihr, die ihr das Magazin mit Spannung lest, die ihr unsere Aktionen unterstützt, Beiträge teilt, kommentiert und supportet und uns mit euren Ideen und Meinungen immer wieder inspiriert, hinterfragt und weiter vorantreibt.

Deswegen soll es bei diesem Jubiläum gar nicht so viel um uns gehen. Wir möchten heute an euch zurückgeben! ❤️

Wir haben für euch eine FASHION CHANGERS BOX kreiert, die einige Lieblinge des ersten Jahres oder spannende Neuentdeckungen für euch bereithält – voll mit Produkten und Partner*innen, die uns begleiten und/oder von denen wir begeistert sind.

Wir verlosen exklusiv 10 Stück dieser Boxen und freuen uns wie Bolle, euch damit eine Freude machen zu können.

Das steckt in der Fashion Changers Box

Im letzten Jahr haben wir euch immer mal wieder Produkte vorgestellt, die wir besonders clever finden, die uns verwöhnen oder die einfach praktisch sind. Ein paar dieser Produkte findet ihr nun in der Fashion Changers Box.

Eine Box voll Gutes – mit dabei sind: Lanius, i+m Naturkosmetik Berlin, Alpinols, Gitti, erlich Textil, Manufactum und Jan ’n June

Lanius

Lanius ist ein geschätzter Partner von uns, mit dem wir bereits mehrfach tolle Zusammenarbeiten hatten. Wir lieben die Gradlinigkeit des Labels und die konsequente Bearbeitung von Themen, die wichtig sind. Und nicht zuletzt, oh mein Gott, sie haben Glitzersocken. Und das lässt unser Herz schon etwas höher schlagen.

i+m Naturkosmetik Berlin

Bei i+m Naturkosmetik erinnern wir uns immer noch so gerne an unser erstes gemeinsames Marken-Event im Sommer 2018, bei dem wir mit Blogger*innen und Influencer*innen über Body Empowerment gesprochen haben. i+m Naturkosmetik ist außerdem immer an unserer Seite, wenn es um Support geht – und das bedingungslos von Anfang an. Das Sahnehäubchen des Ganzen? Ihre tollen Produkte, die wir auch selbst alle privat super gerne nutzen.

Alpinols

Wir verraten euch ein Geheimnis: Wir sind alle Drei ziemlich vernarrt in CBD-Öl – zur Beruhigung, aber viel häufiger noch für Regelschmerzen, die uns auch an Arbeitstagen manchmal den letzten Nerv rauben. Deswegen freuen wir uns umso mehr über Alpinols gestolpert zu sein. Das Schweizer Unternehmen bietet von Hand geerntete CBD-Produkte in Bio-Qualität an und legt größten Wert auf hochwirksame Inhaltsstoffe. 100 % natürlich und vegan und für den deutschen Markt natürlich THC-frei.

erlich Textil

Spätestens seit unserem Think Tank im letzten Jahr sind wir große Fans des Kölner Labels. erlich Textil macht vor, was es heißt, sich auch als Marke konsequent weiterzuentwickeln. Sie bekommen das Spagat zwischen bequemer Unterwäsche (we like!) und schönem Stil richtig gut hin, wie wir finden.

Gitti

Gitti macht Nagellack, den wir lieben. Der ist nämlich vegan, geruchsneutral und basiert zu 55 Prozent auf Wasser. Dahinter stehen Gründerin Jenni, die uns super sympathisch ist, und ein tolles Team aus Frauen, die den besonderen Nagellack erfolgreich machen. Außerdem hat die Brand ein super cooles Verkaufsprinzip, was wir sehr schätzen: Die Farben sind immer limitiert. Der Onlineshop wird jeweils nur für einen bestimmten Zeitraum geöffnet. Das macht Sinn, finden wir.

Jan ’n June

Die Hamburgerinnen Anna und Jula begleiten wir von Anfang an. Wir sind Fans ihrer Kollektionen und finden zu jeder Saison immer ein Teil, bei dem wir sagen: „Boah, zum Glück macht das jemand mal!“. In unserer Box darf Jan ’n June deswegen auf keinen Fall fehlen. Pssst… es gibt auch ein tolles Porträt von Anna und Jula in unserem Buch.

Manufactum

Wir lieben Manufactum! Das kann man einfach mal so frei heraus sagen. Manufactum bietet, wie sie selbst sagen, „gute Dinge“ an und achtet dabei auf die Zusammenarbeit mit kleinen Manufakturen und Hersteller*innen aus ganz Europa. So geben sie Produzent*innen und Produkten die nötige Wertschätzung, die sie verdienen.

Fashion Changers

Außerdem liegt in jeder der zehn Boxen ein Gutschein für unser am 12.03. im Knesebeck Verlag erscheinendes Buch „Fashion Changers – Wie wir mit fairer Mode die Welt verändern können“. Das Buch erhaltet ihr dann rechtzeitig zum Veröffentlichungstermin. Auuuufregend!

Die Produkte im Überblick

  • Glitzersocken von Lanius
  • Age Protect Serum von i+m Naturkosmetik Berlin
  • 5-prozentiges CBD-Öl von Alpinols
  • 20 Euro-Gutschein von erlich Textil
  • Veganer Nagellack (in verschiedenen Farben) von Gitti
  • T-Shirt von Jan ’n June
  • Das Buch „Fashion Changers – Wie wir mit fairer Mode die Welt verändern können“

Und so kannst du gewinnen

Um eine der exklusiven 10 Fashion Changers Boxen zu gewinnen, beantworte uns einfach folgende Frage in den Kommentaren:

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Das Gewinnspiel läuft bis zum 21. Februar 2020. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Verantwortlich für die Inhalte des Gewinnspiels ist Fashion Changers. Es gibt zehn Boxen, die für das Gewinnspiel limitiert sind. Das Gewinnspiel läuft über das Fashion Changers Magazin und zeitgleich über den Fashion Changers Instagramkanal.