Diese 5 Labels der
Neonyt solltet ihr im Auge behalten

Die letzte Woche stand für uns ganz im Zeichen der Berliner Fashion Week. Dort waren wir auch auf der Neonyt – ehemals Ethical Fashion Show und Greenshowroom – unterwegs. Die Neonyt gilt als weltweit größte nachhaltige Modemesse und richtet sich an Fachbesucher*innen, darunter Einkäufer*innen und Medienschaffende. Diese Saison haben 150 internationale und nationale Modelabels ihre Herbst- und Winterkollektionen 2019/20 vor der ehemaligen Heizwerkkulisse des Kraftwerks gezeigt. Zwischen unserem Talk übers Scheitern auf der prepeek – einem Networking-Event für Content Creators auf der Neonyt – und der Neonyt-Modenschau haben wir uns ins Messetreiben gestürzt und ein paar alte und neue Lieblingslabels entdeckt, die wir euch unbedingt näher vorstellen möchten. Entweder, weil sie uns mit ihren Designs vom Hocker hauen oder mit ihren innovativen Ideen neuen Wind in die Fair Fashion-Szene bringen. Welche Entdeckungen die Neonyt für uns bereithielt, lest ihr hier.

1. Lana

Das Traditionsunternehmen aus Aachen hat sich in den letzten Jahren förmlich neu erfunden – diese Saison dann auch mit neuem Logodesign. War Lana bis vor wenigen Saisons noch nicht auf unserem modischen Radar, haben sie es spätestens jetzt geschafft, uns vollends zu begeistern. Denn Lana wird immer mutiger. Im Schnitt, in den Mustern und auch in der Farbwahl. Adé, triste Winterfarben. In der nächsten Saison tragen wir bunt und farbenfroh.

Das Team von Lana Organic trägt natürlich auch selbst die tollen Muster.

Ein besonderes Highlight: Die Zweiteiler, die wir uns am liebsten direkt vom Stand mitgenommen hätten, so sehr sind sie uns ins Auge und Herz gesprungen. Lana legt mit der neuen Kollektion den Fokus auf urbanes Layering, das durch kreatives Styling auch saisonübergreifend bestehen bleiben kann. Das ist nicht nur besonders schön anzusehen, sondern vor allem auch eine nachhaltige Lösung gegen den Massenkonsum. Chapeau, Lana, wir sind im 7. Modehimmel!

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2. Jan ‘n June

Jan ‘n June ist eines unserer absoluten Lieblingslabels, dessen Reise wir von Beginn an mitverfolgt haben, und bei dem wir jedes Mal wieder gespannt sind, mit welcher Neuigkeit die beiden Gründerinnen Anna und Jula dieses Mal um die Ecke kommen. Die letzte News war wirklich groß: Jan ‘n June designt ab jetzt auch eine Männerkollektion und wagt sich damit an neue Schnitte und natürlich auch an einen neuen Kund*innen-Kreis. Finden wir großartig, mutig und vor allem richtig schön anzusehen.

Auch neu in der Kollektion: ein abstraktes Schwarz-Weiß-Muster. We like!

Ihre auf der Neonyt präsentierte Kollektion „For Phoebe“ – eine Hommage an die ehemalige Céline-Chefdesignerin Phoebe Philo – spielt dabei, wie gewohnt, mit unterschiedlichen Stoffen, traut sich aber auch an außergewöhnliche Muster ran. Was in der letzten Saison der florale Print war, sind dieses Mal das Karo-Muster, ein Sternenstaub-Print und zwei raffinierte Muster, die in Schwarz-Weiß unsere Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Außerdem wird es in der Kollektion auch eine zeitgemäße Interpretation des Hosenanzugs geben, womit auch endlich ein wenig Businesswear in die Fair Fashion einzieht. Neben Maxikleidern setzt Jan ‘n June auf längere Röcke mit farblich passenden Oberteilen. Das Farbspektrum der neuen Kollektion bietet neben zurückhaltenden Farben – darunter Schwarz, Weiß, Grau, Rosa – auch lautere Farbtöne, wie Nachtblau und Senfgelb, an.

Die Männerkollektion trumpft mit klassischen Teilen, hat aber dank leichtem Oversize oder raffiniertem Kragen immer auch einen lässigen Touch. Gut gemacht, Ladies. Wir freuen uns schon auf den Winter mit euch!

3. Melawear

Das Label MELAWEAR begeistert uns mit seiner Entschlossenheit und dem unbedingten Willen, eine tatsächlich große Veränderung in der Modewelt vorantreiben zu wollen (Mela bedeutet auf Hindi übrigens „Gemeinsam handeln“). Am Messestand hat Marcus Werner von Viertel\Vor seinen Film über seine Reise nach Indien gezeigt, wo er gemeinsam mit MELAWEAR und weiteren Content Creators war, um sich die Baumwollproduktion vor Ort anzuschauen – ziemlich beeindruckend! Die Message ist klar: Wenn Labels und Brands nach fair-produzierter Bio-Baumwolle verlangen, kann diese vor Ort produziert werden. Laut Produzent*innen ist nur die Nachfrage bisher nicht stark genug.

Der wohl nachhaltigste Sneaker der Welt!

MELAWEAR möchte das ändern und zwar im großen Stil. Deswegen setzt das Label aus Kassel auf eine durchdachte Bio-Baumwollproduktion für ihre Shirts, Rucksäcke, Taschen und Sneaker. Auf letztere sind sie besonders stolz, denn der MELA-Sneaker soll der nachhaltigste Turnschuh der Welt sein. Alle 25 Einzelteile des Sneakers sind zertifiziert. Das ist gänzlich neu und selten auf dem Markt.

Was uns besonders gut gefällt: MELAWEAR möchte nicht nur unter fairen Bedingungen und hohen Sozialstandards produzieren, sondern auch einen fairen Preis für die Abnehmer*innen bieten, deswegen sind MELAWEAR-Produkte auch preislich besonders fair. Weiter so!

 

MELAWEAR-Gründer Henning ist es wichtig, dass der Schuh wieder in seine Bestandteile zerlegt werden kann, um recyclingfähig zu sein.


4. Komana

Eine absolute Neuentdeckung unter den 150 ausstellenden Labels der Neonyt ist Komana. Die auffälligen Prints des Schweizer Labels sind uns sofort ins Auge gesprungen. Die Kollektion „Melody Medusa“ setzt auf Illustrationen, die von den beiden Gründerinnen und Schwestern Livia und Nina selbst designt wurden. Die traditionelle Produktion der Kleidungsstücke findet in London, Indien und Slowenien statt. Dabei setzt Komana auf traditionelles Handwerk, faire Bezahlung und GOTS-zertifizierte Färbemethoden.

Komana bietet neben einer Linie mit sehr extravaganten Kleidern auch eine Casualwear-Linie.

Außerdem reinvestiert das Label einen Teil seiner Gewinne direkt in seine produzierenden Kunsthandwerker*innen. Zuletzt wurde zum Beispiel ein Wasser-Recycling-System eingerichtet, das den Wasserverbrauch um 80 Prozent senkt.

Wir sind ganz verliebt in die auffälligen Muster und die Message hinter der aktuellen Kollektion. Die abgebildeten Schlangen stehen für die starken Frauen, die sie tragen. Moderne Hexen, die voller Power, unabhängig und im Einklang mit sich und ihrer Verletzlichkeit sind. Diese Frauen leben ihre Freiheit, tanzen durch das Leben und sind in der Lage, ihre heilende Kraft dafür einzusetzen, um zu verwandeln und zu verändern. Denn für Komana ist Veränderung die einzige Konstante (und für uns auch).

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5. Maqu

Natürlich darf in dieser Liste ein Label aus Berlin nicht fehlen. Maqu steht für minimalistische und zeitlose Mode, was sie auch in dieser Saison wieder unter Beweis stellen. Die sympathische Designerin Marisa Fuentes Prado, die bereits für bekannte Namen wie Henrik Vibskov in Kopenhagen gearbeitet hat, lässt sowohl ihre peruanischen Wurzeln als auch eine reduzierte und skandinavisch anmutende Designästhetik in ihre Arbeit einfließen. Gefertigt wird ausschließlich mit Produzent*innen in Peru und Berlin, die man persönlich kennt.

Minimalistische Schnitte und schöne Stoffe bei Maqu

Die neue Kollektion ist gewohnt klassisch und trotzdem alles andere als langweilig. Während wir am Stand mit Marisa sprechen, wird die skandinavisch-peruanische Fusion in der Kollektion besonders schön deutlich, als die Designerin einen Oversize-Pullover aus peruanischer Wolle (muelsing-free natürlich) von der Puppe nimmt und wir ein halbtransparentes Kleid darunter entdecken. Manchmal passt Unerwartetes eben sehr gut zusammen.

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Insgesamt werden die ausstellenden Modelabels auf der Neonyt von Saison zu Saison mutiger in ihrer Designsprache, was wir großartig finden. Denn wenn es nach uns geht, dann kann Fair Fashion ab uns zu auch mal etwas (Bio-)Glitzer und Farbakzente vertragen.

 

Titelbild Denim-Look: (c) Messe Frankfurt GmbH / Zacharie Scheurer / Getty Images for Neonyt
Titelbild All White-Look: (c) Messe Frankfurt GmbH / John Phillips / Getty Images for Neonyt
Messebilder im Beitrag: (c) Fashion Changers
Bilder von Instagram: (c) Lana / Jan ‘n June / Komana / Maqu

Hinter den 2017 gegründeten FASHION CHANGERS stehen Vreni Jäckle, Nina Lorenzen und Jana Braumüller. Die Gründerinnen selbst kommen aus der Blogosphäre und bringen neben dem nötigen Know-How auch ein großes Netzwerk mit. Durch ihre eigene Arbeit in der Fair Fashion-Szene wissen sie, dass nachhaltige Mode den Sprung aus der Nische nur mit einer starken Community schaffen kann. #letschangethatfashiongame

1 Kommentar

  • Franzi
    22/01/2019
    reply

    oh Maqu gefällt mir besonders gut! Tolle zusammenstellung! Danke ladies 🙂

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