Karotte mit Maßband

All-Healthy-Everything: Sind Ernährungstipps in den sozialen Medien gefährlich?

(Disclaimer: Dieser Artikel ist keinesfalls wissenschaftlich allumfassend und ersetzt keine Beratung. Dieser Beitrag soll als Denkanstoß dienen und inmitten der bunten, fröhlichen Health-Guru-Welt von Instagram wissenschaftliche Hintergründe diskutieren. Die vollständigen Expert*innen-Interviews findet ihr demnächst auf heylilahey.com)

Gerade zum Jahresanfang, und besonders jetzt zur Fastenzeit, kann ich ihnen auf Social Media kaum entkommen: Tipps für Saftkuren, Detox-Smoothies, Colon Cleanses und Entschlackungskuren. Ich bin eine große Verfechterin eines gesunden Lebensstils. Ich rauche nicht, trinke wenig bis gar keinen Alkohol, versuche regelmäßig Sport zu machen, so viel Vollwertkost wie möglich zu essen, und mich generell immer weniger zu stressen. Und diesen Lifestyle vermittle ich gerne auf meinem Blog und auf Social Media. Gleichzeitig habe ich mir auch selbst viel Inspiration und Informationen aus dem Internet geholt, als ich zum Beispiel vor über sieben Jahren vegan wurde und lernen wollte, wie eine gesunde, vegane Ernährung aussehen kann.

In letzter Zeit wird es aber selbst mir zu viel mit dem “All-Healthy-Everything” – und ganz ehrlich, auch mit dem Verbreiten von pseudowissenschaftlichen Infos. Vielleicht triggert und stört mich das auch nur, weil ich aus einem sehr wissenschaftlichen Studium komme. Und vielleicht ist das Ganze auch gar nicht so dramatisch. Deshalb habe ich mich auf Recherche begeben und Expertinnen gefragt, was sie von den ganzen Food- und Gesundheitstrends halten, wo sie Potenziale sehen, und wann Ernährungstipps auf Social Media gefährlich sein können.

Was bedeutet Detox eigentlich?

Bevor das Thema Detox zum Trend-Hashtag wurde, stellte es eigentlich eine medizinische Akut-Prozedur dar, um Stoffe, die zu einer Vergiftung geführt haben, zum Beispiel Alkohol, Drogen oder hochgiftige Stoffe, unter ärztlicher Aufsicht aus dem Körper zu ziehen. Dazu beschreibt Detoxifikation generell die physiologische Metabolisierung und Ausscheidung schädlicher Substanzen über Leber und Niere (Quelle).

Detox im Netz stellt aber eher einen Do-It-Yourself-Ansatz dar, um Toxine zu entziehen, die vermeintlich zu Kopfschmerzen, Gelenkschmerzen oder Magenbeschwerden geführt haben. Detox-Programme stellen meist bestimmte Diäten dar, aber auch Darmspülungen (Colon Cleanses) und sogar Sauerstoffinhalation (Quelle).

#detox – Fake News oder wirklich wirksam?

Gleich vorweg: Generell gibt es kaum wissenschaftliche Belege dafür, dass solche Detox-Programme wirklich das halten, was sie versprechen. Für die Ärztin Dr. Henriette Tillmann, die am Israelitischen Krankenhaus in Hamburg in der Gastroenterologie arbeitet, ist im Zusammenhang mit dem Detox-Lifestyle der Begriff “Verschlackungen” relativ diffus besetzt: “Für die Entgiftung des Körpers haben wir Leber und Niere als die ‘Klärwerke’, die uns von äußerlich zugeführten Giften, Alkohol, Medikamente et cetera, und Abfallprodukten des Stoffwechsels reinigen.” Dieser Prozess erfolgt ziemlich effizient und in der Regel benötigt der Körper keine Hilfe dabei, zumindest bei gesunden Menschen, schädliche Stoffe wieder loszuwerden, so Dr. Henriette Tillmann. Sollten aber Erkrankungen der Leber oder Niere vorliegen, die dieses System stören, oder sollten wir extrem hohen Mengen von Schadstoffen ausgesetzt sein, helfen laut Tillmann auch keine Superfoods, sondern dann ist ein Besuch beim Arzt sehr ratsam.

“Genauso ist es mit dem Säure-Basen-Haushalt: Der pH-Wert des Blutes bleibt eigentlich immer konstant – dafür sorgen spezielle Puffersysteme. Es gibt also keinen wissenschaftlichen Beweis dafür, dass man den Körper ‘übersäuern’ kann – also auch keinen Beweis dafür, dass ‘basische’ Tees oder Ähnliches etwas bewirken”, erklärt Dr. Anastasia Pyanova, Biologin und zertifizierte Ernährungsberaterin.

Auch “Fehltritte“, wie zu viel Alkohol, Rauchen oder eine konstant ungesunde Ernährung lassen sich nicht ohne weiteres weg-“detoxen”. “Mit einem Superfood oder einer 14-Tage-Fasten-Kur ist es hier nicht getan, sie können höchstens bei der Lebensstiländerung helfen”, so Emilie Wegner, Ernährungswissenschaftlerin, Bloggerin und Teil des größten deutschen Ernährungs-Expertennetzwerks Nutrition Hub.

Wie unser Körper mit hochdosierten Vitaminzufuhren umgeht, erklärt Dr. Tillmann: “Superfoods und Detox-Kuren, wie zum Beispiel Frucht-Smoothie, Selleriesaft, Kräutertees haben keinen nennenswerten Effekt auf die Entgiftungsleistung der Leber. Man führt sich damit zum Beispiel hochdosiert Vitamine zu, die ungenutzt wieder über die Niere ausgeschieden werden. Man tut sich, bis auf das gute Gefühl, dass man etwas für sich getan hat, nicht wirklich etwas messbar Gutes, was den Stoffwechsel der Leber betrifft.”

Passionsfrucht, Lychee und Grapefruit

Die Wirksamkeit von Saftkuren und anderen Detox-Methoden, wie sie auf Instagram und Co. angepriesen werden, ist wissenschaftlich nicht bestätigt. Foto: © Brooke Lark/unsplash.com

(Intermittierendes) Fasten, Saftkuren und Darmspülungen – Was hilft wirklich?

Das Fasten hat eine lange Tradition. Auch in meinem Umkreis berichten viele, dass es ihnen persönlich nach einer Fastenzeit besser geht und auch die Wissenschaft verspricht einiges Gutes, auch wenn noch weitere, genauere Studien nötig sind. Ernährungswissenschaftlerin Emilie Wegner sagt, dass das “Fasten im Allgemeinen, auch das intermittierende Fasten, das gerade wieder in Mode ist, […] sich nachweislich positiv auf unseren Körper auswirken [kann]. Zum Beispiel wurden dabei eine Senkung des Blutzucker- und Cholesterinspiegels festgestellt. Die Effekte scheinen allerdings allein durch die Kalorienreduktion hervorgerufen zu werden. Wer statt einige Tage nichts, einfach jeden Tag weniger isst, erzeugt die gleiche Wirkung im Körper.”

Doch was hat es mit diesen trendigen Juice Cleanses auf sich? Auch hier hat Emilie Wegner Insights für uns: “Saftkuren können das Magenvolumen merklich verkleinern und damit das Hungergefühl senken. Das ist für viele eine interessante Erfahrung: Plötzlich spürt man, mit wie wenig Essen wir theoretisch auskommen können. Diese Erkenntnis kann zu einem positiveren Verhältnis zur täglichen Ernährung führen, aber auch, bei entsprechender Vorprägung, Einstieg in eine Essstörung sein. Daneben intensiviert sich auch oft das Geschmacks- und Esserlebnis kurz nach einer Saftkur. Einen großen ernährungs-medizinischen Vorteil sehe ich in Saftkuren im Vergleich zum herkömmlichen Fasten allerdings nicht.”

Auch Hydro-Colon-Therapien, auch bekannt als Colon Cleanses, die in Deutschland in der Regel nur von Heilpraktiker*innen angeboten werden, sehen die Expertinnen kritisch. Laut Fachliteratur und aus ärztlicher Sicht können diese als Wellness-Maßnahme nicht empfohlen werden (Quelle). Auch Dr. Tillmann gibt zu Bedenken:Die Flora des Dickdarms, also das sogenannte Mikrobiom, kann dabei gestört werden. Dies kann bei einigen Patienten sogar gefährlich sein. Insbesondere ist Menschen mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen, Patient*innen mit Herz- und Nierenerkrankungen, Schwangeren, und Menschen mit Infektionen davon abzuraten.”

Die Wirksamkeit von #detox ist nicht wissenschaftlich bewiesen

Alle Expertinnen kamen in den Interviews zum selben Schluss: Die Wirksamkeit von den trendigen Detox-Programmen, wie sie auf Instagram und Co. angepriesen werden, ist wissenschaftlich nicht bestätigt, oder die Studien dazu sind zu klein, ungenau oder unvollständig (Quelle). Zur Unterstützung unserer Organe sollten wir laut der befragten Expertinnen deshalb auf eine gesunde Ernährung mit viel Obst und Gemüse setzen und stark verarbeitete Lebensmittel, Alkohol, Drogen und teilweise tatsächlich auch manche vermeintlich gut gemeinten Nahrungsergänzungsmittel so weit es geht vermeiden.

Klingt eigentlich logisch und allseits bekannt. Warum streben trotzdem so viele nach dem magischen Gesundheits-Protokoll und was hat Social Media damit zu tun?

Warum Wellness-Content gefährlich sein kann und wir Food-Trends hinterfragen sollten

Gesundheitsthemen und -fakten können sehr trocken, wissenschaftlich, theoretisch und allgemein klingen. Wellness-Content auf Blogs und Social Media ist hingegen meist optisch ansprechend, (Achtung, Wortwitz) leicht verdaulich, persönlich und durch Erfahrungsberichte sehr überzeugend und schnell umzusetzen. In einem Artikel vom Guardian wird gut beschrieben, dass viele Gesundheitstipps von Blogger*innen und Instagrammer*innen logisch und sinnvoll sind – weniger Zucker, weniger verarbeitete Lebensmittel, dafür mehr Vollwertkost, Gemüse und Obst zu sich nehmen. Doch der schmale Grat wird laut der Autorin des Artikels beim Streuen von Falschinformationen, der Förderung von Phobien gegenüber bestimmten Lebensmitteln und bei einer ungesunden Obsession für eine gesunde Lebensweise überschritten, zum Beispiel beim Clean Eating.

Wenn der Clean Eating Hype zwanghaft wird

Auch Ernährungswissenschaftlerin Emilie Wegner erkennt Gefahren im Clean Eating-Hype: “Vor allem das pauschale Einteilen von Lebensmitteln in die Kategorien ‘gesund’ und ‘ungesund’ sehe ich sehr kritisch. Solche Regeln scheinen das Leben vermeintlich zu vereinfachen, in der Realität schüren sie vor allem Ängste: Was soll ich, ja, was darf ich noch essen? Wenn der Ausweg dann in einem radikal eingeschränkten und geregelten Essverhalten mündet, ist der Schritt zur Essstörung nicht mehr weit.”

Jana Maiworm, Oecotrophologin und Online Food-Redakteurin, fügt dem hinzu: “Wie bei vielen anderen Ernährungskonzepten besteht auch beim Clean Eating die Gefahr, dass vermeintliche ‘Fehler’, also das Essen von ‘falschen’ Lebensmitteln negative Gedanken und Schuldgefühle gegenüber sich selber auslösen. In der Hinsicht sind sicherlich auch Instagram und Co. ein Risiko – man vergleicht sich und bekommt suggeriert, dass alle anderen es viel besser hinbekommen.”

Birgt der Healthy Lifestyle auf Instagram also doch ein gewisses Risiko? Wenn man das Thema entspannt angeht, durch Ernährungsregeln nicht unsozial wird und auf eine ausgewogene Balance achtet, dann nicht, findet Jana Maiworm und sagt, “[s]ich 80 Prozent gesund und ausgewogen zu ernähren und bei den übrigen 20 Prozent für den leckeren Geburtstagskuchen der Kollegin oder die Pizza am Wochenende mit Freund*innen mal ein Auge zuzudrücken, tut dem Körper nicht weh und der Seele gut.”

Eat what makes you happy

Jana Maiworm rät dazu, das zu essen, was dem Körper gut und der Seele nicht weh tut. Foto: © John Tyson/unsplash.com

Wer empfiehlt uns Nahrungsergänzungsmittel?

Schwierig wird es auf jeden Fall, wenn es um das Bewerben von Nahrungsergänzungsmitteln geht, die als Detox-Programme angeboten werden. “Nahrungsergänzungsmittel unterliegen keiner strengen Kontrolle wie zum Beispiel Medikamente. Wenn man sie über längere Zeit nimmt, ohne es mit einem Arzt zu besprechen, kann es entweder zu Überdosierungen kommen oder, wenn man länger aufs Essen verzichtet, auch zu Mangelerscheinungen oder anderen gesundheitlichen Problemen. Ich würde von solchen Kuren dringend abraten,” sagt Dr. Anastasia Pyanova. Dr. Tillmann gibt zu Bedenken, dass aus schulmedizinischer Sicht nicht jedes pflanzliche Präparat unbedenklich ist: “Viele alternative Heilmethoden haben wenig bis keine Wirkung in Studien gezeigt, aber leider sind sie nicht alle harmlos. Es gibt natürlich auch pflanzliche Medikamente, die von uns Schulmediziner*innen eingesetzt werden, die nachgewiesenermaßen eine Wirkung haben. Aber auch das sollte man am besten mit einem Arzt/einer Ärztin besprechen.”

Also: Auch wenn Gesundheitsthemen im Netz schön aufbereitet sind und Blogger*innen vermeintlich gute Erfahrungen mit Trend X und Y gemacht haben, sollten wir solche Gesundheitsempfehlungen von vermeintlichen Expert*innen immer hinterfragen. “Hat die Person eine fundierte Ausbildung? Gibt es Studien, die die Fakten belegen? Eine gesunde Ernährung ist für jeden und jede ganz individuell”, ergänzt Jana Maiworm.

Wo liegt die Grenze zwischen harmlosen und gefährlichen Errnährungstipps auf Social Media?

Wenn es um einen gesunden Lebensstil allgemein geht, und Blogposts darüber, habe ich früher persönlich eigentlich keine Gefahren gesehen. Bis ich in die Untiefen des Internets gestürzt bin. Hier werden von einer Bloggerin fermentierte Kohl-Salz-Gemische als Wunderheilmittel für Krebs und nachwachsende Extremitäten verkauft (kein Scherz, die Anhängerschaft ist riesig!). Ich habe auch eine Bloggerin entdeckt, die fälschlicherweise angab, dass sie ihre Krebserkrankung mit Naturheilmitteln und Ernährung bekämpft hat, eine App und ein Kochbuch dazu herausbrachte, bis sich die Diagnose und Heilung dann als Lügen herausstellten. Oder Instagrammer*innen, die nach zahlreichen Ernährungsempfehlungen auf Social Media schlussendlich öffentlich machten, dass sie unter Orthorexie, also an einem obsessiven Streben nach der perfekten, gesunden Ernährungsweise, leiden.

Eine kanadische Studie, die im Februar diesen Jahres herauskam, verglich zertifizierte Ernährungsexpert*innen mit Blogger*innen ohne Zertifizierung. Die Wissenschaftler*innen untersuchten, inwiefern Bloggende sichere und belegbare Informationen zum Thema Detox und Ernährung weitergaben. Auch wenn nur zehn Blogs untersucht wurden, stellte sich heraus, dass Blogger*innen ohne staatlich anerkannte Zertifizierung Detox-Diäten promoteten und sowohl eher falsche als auch potentiell gesundheitsgefährdende Informationen weitergaben, wohingegen Blogger*innen mit staatlich anerkannter Zertifizierung keine Detox-Pläne bewarben und wissenschaftlich belegte Informationen weitergaben (Quelle).

Was das Internet also gut kann, ist zu inspirieren: zu neuen Rezepten und Zutaten, sodass mehr selbst gekocht und mehr Vollwertkost verspeist wird. “Problematisch wird es, wenn ich Falschaussagen über Lebensmittel oder unseren Körper lese”, findet Emilie Wegner. “Veganer*innen müssen sich zum Beispiel mit ihrer Nährstoffversorgung beschäftigen, um einem Mangel vorzubeugen. Wenn dann ohne Kontext behauptet wird, dass beispielsweise Algen besonders reich an für Veganer*innen problematischen Nährstoffen sind, muss erwähnt werden, dass hier das Vitamin B12 fast immer in der für unseren Körper nicht verfügbaren Form vorliegt.”

Warum wir Health-Gurus so gerne glauben

Warum folgen überhaupt viele Menschen den Tipps von nicht lizensierten “Health-Gurus” im Internet? Zum einen ist das Internet auf jeden Fall ständig und überall mit dem Smartphone griffbereit. Außerdem werden zeitintensive, lange Beratungen beim Arzt, gerade wenn es um nicht behandlungsbedürftige Erkrankungen geht, von den Kassenärztlichen Vereinigungen auch kaum vergütet. Dr. Tillmann sagt dazu: “Manche Menschen wollen wohl gehegte Rituale oder mythisch anmutende Empfehlungen auch gar nicht in Frage stellen und konsumieren daher lieber Health-News über das Internet, wo ihre Vorstellungen bestätigt werden. Ob diese Empfehlungen möglicherweise falsch sind, interessiert einen dann gar nicht so sehr, weil man die negative Bewertung gar nicht hören möchte. Und solange man sich damit nicht schadet, ist da auch schlicht nichts dagegen zu sagen.”

Wie erkenne ich als Leser*in Ernährungsmythen?

Zu erkennen, was belegbare Ernährungstipps, harmlose Lifestyle-Trends oder unnötige und vielleicht sogar risikobehaftete Detox-Programme, die nur ins Geld gehen, sind, ist nicht immer so einfach. Mit wissenschaftlichen Belegen ist man natürlich immer auf dem richtigen Weg. Diese finden sich über spezielle Suchmaschinen für wissenschaftliche Literatur, am besten über PubMed oder auch Google Scholar. “Am besten sollte man sich an Reviews (Übersichtsarbeiten) und Metaanalysen orientieren. Dabei sollte man vor allem die Effekt-Größe beachten (1kg insgesamt weniger wiegen nach einem Jahr – lohnt es sich wirklich?) und auch die langfristigen Folgen einer Diät. Wem das etwas zu viel ist, findet eine schnelle Lösung bei den Ernährungsempfehlungen der Fachgesellschaften. Sie sind immer auf einer umfangreichen Literaturrecherche basiert”, empfiehlt Dr. Anastasia Pyanova.

Mein persönliches Fazit

Die fermentierte Kohlsaft-Diät, sowie das Beispiel mit der gefälschten Krebserkrankung einer Bloggerin sind natürlich Extreme. Ganz so dramatisch sieht es im Großen und Ganzen in der Health-Blogosphäre natürlich nicht aus. Inhalte von Blogger*innen zum Thema Gesundheit können inspirieren oder motivieren, den Lifestyle bewusster und gesünder zu gestalten. Was ich aber gelernt habe, ist, dass Ernährungstipps von Blogger*innen ohne Zertifizierung nicht als wissenschaftlicher Ernährungsplan aufgefasst werden sollten und ich weiterhin pseudowissenschaftliche Informationen und Anekdotenwissen sehr kritisch betrachten werde.

Detox-Diäten oder Saftkuren bleiben meinem Speiseplan außerdem auch fern und ich werde mich zudem auf mein Gefühl verlassen, so gesund wie möglich, aber auch mit viel Freude und Genuss zu leben. Und hierzu zählt eben auch, sich wegen der eigenen Ernährung nicht zu sehr zu stressen. Vielleicht sollten wir auch weniger auf Trend-Begriffe, wie Detox und Clean Eating setzen, sondern auf Vollwertkost und frisch gekochtes Essen.

Wenn ich doch einmal Hilfe benötige, werde ich Expert*innen zu Rate ziehen, auch wenn man manchmal suchen muss, bis man den oder die richtige Expertin für sich findet. Nutrition Hub finde ich eine sehr spannende Sache und werde die Plattform auf jeden Fall abspeichern.

Wie steht ihr zu dem Thema? Findet ihr Gesundheitstipps von Blogger*innen hilfreich oder betrachtet ihr manche Inhalte auch kritisch?

Titelbild: © Charles/unsplash.com
Vorschaubild © Brooke Lark/unsplash.com

Mia hat sich vor ein paar Jahren mit heylilahey als einer der ersten Modeblogs Deutschlands auf Fair Fashion konzentriert und das Thema Conscious Shopping zu ihrem Markenzeichen gemacht. Mia ist Diplom-Psychologin, PR-Beraterin, Bloggerin und YouTuberin und berichtet mittlerweile auf ihren Kanälen über mehr als „nur“ Fair Fashion, sondern auch über Veganismus, einen gesunden Lebensstil, Achtsamkeit, Naturkosmetik, Reisen und über das Thema Nachhaltigkeit.

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