Zero-Waste-Tipps, die (fast) nichts kosten

Zero Waste ist die Idee Müll zu vermeiden, bevor er überhaupt auf der Deponie landet. Es geht vor allem darum, zu reduzieren, was wir brauchen und so viel wie möglich wiederzuverwenden, zu kompostieren und zu recyceln. Reduce, Reuse, Recycle.

Bambusbesteck, Baumwollabschminktücher, einzelner grüner Apfel, Eco-Brotbox

Zero Waste ist seit ein paar Jahren der Nachhaltigkeitstrend schlechthin, weltweit – obwohl die Idee dahinter bereits seit Jahrhunderten existiert. Es ist ein Besinnen auf das Wesentliche, auf Naturschutz. Ein Zero Waste Lifestyle setzt den Fokus auf Abfallvermeidung und die Neugestaltung von Ressourcenlebenszyklen, damit alle Produkte wiederverwendet werden können. Das Ziel ist vor allem, dass kein Müll auf Mülldeponien, in Verbrennungsanlagen oder ins Meer gelangt.

Zero-Waste-Tipps für den kleinen Geldbeutel

Du brauchst nicht unbedingt das fancy Bienenwachspapier, überteuertes Bambusbesteck oder mehrere Thermokaffeetassen. Ein Zero oder Less Waste Lifestyle kann auch mit einem kleinen Budget gemeistert werden.

In der Küche

  • Servietten kannst du ganz einfach durch Geschirrtücher ersetzen.
  • Manche Gemüsereste kannst du problemlos in Wasser stellen und nachwachsen lassen. Das geht zum Beispiel mit Frühlingszwiebeln, Fenchel oder Kräutern.
  • Blattgemüse können in feuchte Geschirrtücher gewickelt werden, damit es länger frisch bleibt.
  • Obstreste kannst du einfrieren (z. B. überreife Bananen) und sie später für Smoothies und Eis verwenden.
  • Harte Brötchen kannst du zum Beispiel im Mixer zerkleinern und als Paniermehl verwenden oder für Bruschetta verwenden. Brotaufläufe eignen sich aber auch gut.
  • Bewahre Obst und Gemüse in einem Einmachglas auf, damit es bis zu zwei bis drei Wochen frisch bleibt. Zitronen bleiben so sogar bis zu drei Monate frisch. (Aufgepasst: Bei manchen Obst- und Gemüsesorten am besten etwas Wasser hinzufügen für optimale Frische.)
  • Bewahre einen Apfel mit Kartoffeln auf, damit sie nicht sprießen.
  • Backpapier kannst du je nachdem mehrmals verwenden.
  • Zero Waste kochen:
    • Bei Lebensmitteln lohnt es sich im Voraus zu planen. Mit einem sogenannten Meal Plan werden nur die Zutaten gekauft, die mensch auch wirklich benötigt.
    • Die meisten Mahlzeiten lassen sich problemlos einfrieren (z. B. Suppen, Lasagne, Eintopf) und halten so mehrere Monate.
    • Du brauchst mehr Inspiration? Schau doch mal Zero-Waste Chef oder Max La Manna vorbei (beide auf Englisch).

Im Kleiderschrank

  • Mit etwas Übung kannst du Kleidung selbst reparieren oder umnähen. Zudem kann es viel Spaß machen – vor allem, wenn du es in einer Gruppe machst. Win-win!
  • Du hast einen Deofleck auf deiner weißen Wäsche? Dann kannst du diese einige Stunden in einer Säure-Wasser-Lösung einweichen, um ihn zu entfernen (etwa 15 Gramm Zitronensäure auf einen Liter Wasser).
  • Kleidung, die dich nicht mehr happy macht, kannst du an Familie oder Freund*innen verschenken. Oder du organisierst eine Tauschparty?
  • Ganz alte, kaputte Kleidung kann immer noch als Putzlappen dienen.
  • Ist deine Waschmethode umweltfreundlich? Wie wäre es damit, deine Kleidung weniger zu waschen? So sparst du Wasser, Energie, Geld und Zeit. Pro-Tipp: Verwende beim Waschen kaltes Wasser, denn das reicht in der Regel auch (und verbraucht weniger Energie als heißes Wasser).
  • Es gibt mehrere Möglichkeiten, günstiges, umweltfreundliches Waschmittel zu Hause herzustellen.
  • Weichspüler ist für viele Menschen nach wie vor alltäglich, aber er ist oftmals voller Chemikalien, kann deine Kleidung beschädigen und tut nicht so viel, um Kleidung wirklich weicher zu machen. Stattdessen kannst du den Weichspüler einfach weglassen oder hier nachlesen, wie du Weichspüler selbst herstellst.

Unterwegs

  • Das fancy Zero-Waste-Zubehör ist in den meisten Fällen nicht nötig. Schau doch mal in deine Küche – die meisten Menschen haben bereits alles, was sie brauchen, um ein einfaches Zero-Waste-Kit herzustellen:
    • das Besteck für unterwegs kannst du aus der eigenen Schublade zu Hause mitnehmen (und gegebenenfalls in ein Geschirrtuch verpacken)
    • Keine Wasserflasche? Ein Einmachglas geht auch! Einmachgläser kannst du für (fast) alles verwenden: um Snacks aufzubewahren, für die Zubereitung von Mahlzeiten, für den Kaffee unterwegs, für Essensreste, Take-Away. You name it.
  • Ein Aspekt, der beim Zero Waste Lifestyle manchmal etwas untergeht: Transportmittel. Wie wäre es diese Woche mehr zu Fuß zu gehen beziehungsweise mit dem Fahrrad oder den Öffis fahren?

Mehr Zero-Waste-Tipps

  • Keinen Bock mehr auf Werbung? Wie wäre es mit einem Aufkleber mit der Aufschrift „keine Werbung“, den du an die Tür oder an den Briefkasten anbringen kannst? 
  • Rechnungen kannst du in den meisten Fällen papierlos anfordern (das gilt auch für Kontoauszüge!).
  • Hast du schon mal Lebensmittelreste wiederverwertet? Hier einige Beispiele:
    • Nudelwasser und Kaffeesatz als Dünger für den Garten und Indoor-Pflanzen
    • Kaffeesatz als Bodyscrub
    • mit Avocadokernen und Zwiebelschalen Kleidung färben
    • Zitronenschalen in die Spülmaschine legen für frischen Geruch und damit das Geschirr wieder glänzt
  • Kling etwas komisch, aber: Stelle einen Eimer in deine Dusche, um das Wasser aufzufangen. Dieses kannst du dann später zum Gießen von Pflanzen verwenden. (Bitte ohne Shampoo-Reste!)
  • Hole dir einen Bibliotheksausweis, um ganz viele Bücher und Magazine kostenlos zu lesen (und – Bonus! – damit die lokale Sharing Economy zu fördern).
  • Du schreibst viel? Verwende doch beide Seiten des Papiers. Klingt simpel, aber du würdest dich wundern, wie viele Menschen dies nicht tun. Auch das kann einen Less Waste Lifestyle ausmachen.
  • Deine eigenen Reinigungsprodukte herzustellen, ist wohl eine der kostengünstigsten und einfachsten Dinge, die du tun kannst. Backpulver- und Essiglösungen decken die meisten Reinigungsbedürfnisse ab. Hier gibt es einige Rezepte für Küche-, Bad- und Allzweckreiniger.

Welche Zero-Waste-Tipps setzt du bereits um? Wenn du noch andere Tipps hast, lass es uns gerne in den Kommentaren wissen.

Dieser Artikel wurde 2021 erstmalig von Mia Marjanovic geschrieben. Aktualisierung: 2022

Titelbild: Mia Marjanovic

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3 Antworten auf „Zero-Waste-Tipps, die (fast) nichts kosten“

Ich habe mittlerweile so gut es ging, alle Einwegprodukte verbannt. Rasierhobel statt Einwegrasierer, Filterkaffee (mit wiederverwendbaren Filtern) statt Kapselkaffee, festes Shampoo und Seife statt Duschgel im Plastik…. und es macht auch richtig Spaß, immer wieder neue Alternativen kennenzulernen.
Hab da einen coolen kleinen Shop entdeckt und was super zufrieden mit dem Einkauf ( http://www.blattwende.at )

Ich habe mittlerweile so gut es ging, alle Einwegprodukte verbannt. Rasierhobel statt Einwegrasierer, Filterkaffee (mit wiederverwendbaren Filtern) statt Kapselkaffee, festes Shampoo und Seife statt Duschgel im Plastik…. und es macht auch richtig Spaß, immer wieder neue Alternativen kennenzulernen.
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