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Nachhaltige Modelabels, die von BIPoC geführt werden

Die letzten Wochen haben gezeigt, dass wir uns noch viel stärker mit Diversität und Inklusion beschäftigen müssen. Auch die nachhaltige Modewelt ist immer noch sehr weiß. Wir haben für euch als kleine Starthilfe einige nachhaltige Modelabels zusammengestellt, die von BIPoC geführt werden.

Dass Rassismus strukturell ist und alle Bereiche unserer Gesellschaft betrifft, sollte uns spätestens seit den letzten Wochen klar sein. Rassistische Strukturen und Denkmuster führen zum Beispiel dazu, dass uns oft nur weiße Personen oder Gründer*innen einfallen, wenn wir an nachhaltige und faire Mode denken. Tatsächlich gibt es aber einige nachhaltige und faire Modelabels, die von BIPoC geführt werden. Eine kleine Auswahl an Labels, deren Produkte íhr auch problemlos in Deutschland bestellen könnt, haben wir hier für euch zusammengestellt.

BIPoC
Abkürzung für “Black, Indigenous, People of Color” (Schwarze, indigene, nicht-weiße Menschen). Die Verwendung hat nichts mit politischer Korrektheit zu tun, sondern mit Sichtbarmachung und einem respektvollen und empathischen Sprachgebrauch.

Wear your mask – Auffällige Prints auf schlichten Designs

 

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Das Berliner Label wearyourmask wurde 2015 von der italienisch-nigerianischen Designerin Diana Ejait gegründet. Dass die Designerin Erfahrungen im Bereich Textildesign und Illustration hat, sieht man sofort, denn die Kleidung des Labels fällt vor allem durch die tollen großflächigen Prints auf. Im Gegensatz dazu sind die Schnitte schlicht und einfach und die Farben gedeckt.  Der Name des ethisch produzierenden Modelabels kommt übrigens daher, dass Diana Ejait sich vor allem von Kulturen inspirieren lässt, in denen Masken eine wichtige Rolle spielen.

Kids of the diaspora – Mehr als ein Label

 

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Über das Wiener Label Kids of the Diaspora gibt es viel zu erzählen. Vielleicht muss man damit anfangen, dass das Label nicht nur Mode entwirft, sondern zuallererst ein Kollektiv war. Die Gründerin Leni Charles fing eigentlich mit einem Awareness-Projekt an, um mehr Aufmerksamkeit für das Thema Diaspora zu schaffen und Menschen mit ähnlichen Erfahrungen zu vernetzen.

Das Shirt mit der Aufschrift “Kid of the Diaspora”, das Teil der Aktion war kam überall gut an und so entwarf sie zusammen mit ihrer Schwester Cherellone eine ganze Kollektion. Die Kleidung der beiden ist unisex, fair produziert und soll empowernd und inklusiv sein. Vor allem Menschen, die sich unterrepräsentiert fühlen und zum Beispiel aufgrund ihrer Hautfarbe, ihrer Religion oder sexuellen Orientierung marginalisiert werden, sollen in Kids of the Diaspora Verbündete finden.

frankie&lou – Slow Fashion für Kinder und Frauen

Frankie & Lou - BIPoC owned Labels - nachhaltige Modelabels

Zeitlose Damen und Kindermode findet man bei dem nachhaltigen und fairen Mainzer Modelabel frankie & lou. Die Idee der Gründerin Arleny Stegmaier ist es, die Schnelllebigkeit von Mode auszubremsen. Deshalb findet man bei ihr keine Kleidungsstücke, die dem aktuellsten Trend folgen, sondern schöne Teile, die über mehrere Jahre mit Freude getragen werden können.

Da Kinder schneller wachsen, als Kleidung kaputt gehen kann, geht frankie&lou in Sachen Nachhaltigkeit noch einen Schritt weiter. Auf der Website bietet das Label einen Weitergabe-Service für gut erhaltene Teile an, die den eigenen Kindern zu klein geworden sind, aber zu schade zum wegwerfen sind.

Yoga Konga – Nachhaltig angezogen beim Yoga

Yoga Konga - BIPoC owned Labels - nachaltige Modelabels - Yogakleidung

Um auch beim Yoga gut auszusehen, ist man mit Yoga Konga gut beraten. Die Gründerin Isa Konga ist schon lange von Yoga fasziniert, vor allem von kemetic Yoga, das seine Ursprünge im alten Ägypten hat. Für die Produktion ihrer Yoga-Bekleidung hat sie sich für “Bio-Bambus” entschieden. Die Stoffe kommen, nach eigenen Angaben, von einem Produzenten, der die Viskose aus Bambus in einem geschlossenen Kreislauf herstellt, damit die nicht-toxischen Lösungen wiederverwendet können und die toxischen Stoffe herausgefiltert werden.

Den schönen blauen Print bekommen die Teile durch traditionell westafrikanische Batikfärbung per Hand mit lokal angebautem Indigo. So ergibt sich eine Färbung, die bei jedem Teil einzigartig ist.

Daniela Salazar – Elegant und zeitlos

Daniela Salazar - BIPoC owned Labels - nachhaltige Modelabels

Das Berliner Label Daniela Salazar setzt auf minimalistisches und zeitloses Design. Bei der Produktion verwendet Designerin Daniela Salazar ökologische Stoffe sowie Überschussware von europäischen Herstellern, gefertigt werden alle Kleidungsstücke in Berlin. Durch die lokale Produktion ist es auch möglich nach Bedarf zu produzieren und auf Qualität statt Quantität zu achten. So entsteht elegante Mode, die lange hält und gut aussieht.

Eneri – Nachhaltiges Design aus Schweden

 

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Das schwedische Modelabel Eneri macht nachhaltige und faire Mode mit elegantem Design. Das Label achtet darauf auch bei der Produktion der langlebigen Slow-Fashion-Teile seinen ökologischen Fußabdruck so gering wie möglich zu halten. Deshalb verwendet Eneri ausschließlich Stoffe, die aus Überschuss-Produktionen kommen.

Auch auf eine faire und möglichst lokale Fertigung legt das Label wert, sowie auf Nachhaltigkeit beim Versand. Wenn ihr also etwas nach Deutschland bestellen wollt, kommt das Paket in umweltfreundlicher Verpackung – vom Karton bis hin zum Klebeband.

Yemzi – Detailreiche Prints

 

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Bei dem nachhaltigen Londoner Luxus-Label Yemzi gibt es nur wenige Kleidungsstücke. Diese sind dafür umso sorgfältiger produziert. Die Designerin Elizabeth-Yemi Akingbade machte 2013 ihren Abschluss an der berühmten University of The Arts London und gründete kurz darauf ihr eigenes Label. Sie benutzt ausschließlich recycelte oder aus Naturfasern bestehende Materialien.

Hauptmerkmal ihrer Kollektionen sind aber vor allem die aufwendigen Digitalprints, mit denen sie jedes Teil bedruckt. Zudem ist ihr Empowerment von Frauen sehr wichtig. Deshalb beschäftigt sie, wann immer es geht, Näherinnen mit marginalisiertem Hintergrund oder Diskriminierungserfahrung und gibt nebenher noch Designworkshops für junge Mädchen.

Buki Akomolafe – Bunte Quilt-Kleidung zum Wenden

BUKI-AKOMOLAFE-SS19 - BIPoC owned Labels - nachhaltige Modelabel

Designerin Buki Akomolafe verbindet in ihrem gleichnamigen Label klassisch westafrikanische Wax-Print-Stoffe mit hochwertigen ökologischen Materialien. Bekannt ist sie vor allem für ihre aufwendig gequilteten und wendbaren Teile aus Wax-Print-Stoffen. Neben den gequilteten Teilen fertigt sie in ihrem Atelier in Berlin schlichte und trotzdem besondere Kleidungsstücke aus einfarbigen Stoffen. Um zu vermeiden, dass zu viele Teile produziert und am Ende nicht verkauft werden, fertigt sie viele aufwendigere Teile nur auf Bestellung.

Buki Akomolafe und viele weitere Modelabels findest du auch im Buch “Fashion Changers – Wie wir mit fairer Mode die Welt verändern können”

Fashion Changers - Das Buch

Welche BIPoC-Labels gefallen euch besonders gut? Und habt ihr noch weitere Empfehlungen?

Fotocredits (c): PR-Fotos der Labels, Kids of the Diaspora © Marko Mestrovic

Philine ist Praktikantin bei Fashion Changers und studiert im 6. Semester Modedesign an der HTW Berlin. Sie engagiert sich politisch und isst am liebsten Semmelknödel. In ihrer Freizeit hängt sie gerne am Landwehrkanal oder auf dem Tempelhofer Feld ab. Wenn nicht, ist sie auf vielen Demos anzutreffen zum Besipiel für Feminismus, Klimaschutz und um Nazis zu blockieren.

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