30 gute Dinge in 2021

2021 war – ​​milde ausgedrückt – ein Jahr voller Höhen und Tiefen. Wir lassen die letzten 12 Monat Revue passieren und schließen das Jahr mit guten News aus der Modewelt, Politik und Gesellschaft und spannenden, nachhaltigen Entwicklungen ab.

Collage zum Thema Jahresrückblick 2021

Kostenlose Periodenprodukte in Sri Lanka

In Sri Lanka haben nur etwa 30 Prozent der knapp 4,2 Millionen Frauen und Mädchen im menstruierenden Alter Zugang zu Periodenprodukten. Die Regierung hat nun versprochen, das Problem anzugehen, indem sie knapp 800.000 Schulmädchen in benachteiligten Gebieten kostenlose und lokal produzierte Binden zur Verfügung stellt. Bitte mehr davon!

Banksy-Kunstwerk bringt mehr als 19 Millionen Euro für das britische Gesundheitswesen ein

Das Gemälde des Künstlers Banksy hat mit einem Verkaufspreis von 16,8 Millionen Pfund (19,5 Millionen Euro) einen neuen Rekord im Auktionshaus Christie’s in London aufgestellt. Der Schätzwert lag zwischen 2,5 bis 3,5 Millionen Pfund. Der Erlös geht nun an mehrere Gesundheitsorganisationen und Wohltätigkeitsorganisationen in ganz Großbritannien.

Das Modemagazin Elle wird pelzfrei

Das Elle-Magazin stellt Werbung für Tierfelle ein. Dazu hat es intern eine Charta erstellt, um redaktionelle und werbliche Inhalte in Sachen Pelz zu verbieten.

Sozialunternehmen aus Köln schickt Trinkgeld an Näher*innen via App

Das Kölner Unternehmen „Tip Me“ macht es Konsument*innen mit seiner innovativen Softwarelösung möglich, Textilbeschäftigte finanziell zu unterstützen. Mit nur einem Klick können Konsumierende in teilnehmenden Partnergeschäften ein Trinkgeld an die Hersteller*innen ihrer Kleidung spenden. Die Trinkgelder werden gesammelt, gerecht auf die Näher*innen verteilt und auf die individuellen Konten der Menschen übertragen. Wir ihr mitmachen könnt, lest ihr hier.

Sexshop für Krebspatient*innen

Der erste UK-Online-Sexshop für (ehemalige) Krebspatient*innen hat seinen Betrieb aufgenommen. Sex with Cancer ist die Idee zweier Künstler*innen – selbst ehemalige Krebspatient*innen – Joon-Lynn Goh und Brian Label. Sie arbeiteten bei der Aufgaben- und Produktpalette des Shops mit einer Gruppe aus Patientenvertreter*innen, Fachärzt*innen, Pflegepersonal, Psychotherapeut*innen und Sexspielzeugexpert*innen zusammen. Das Ziel besteht darin, sowohl die Sexualität als auch einen größeren Informationsaustausch zwischen (ehemalige) Krebspatient*innen zu fördern.

Pflanzliches Färbemittel für die Jeans-Branche

Die Initiative Fashion for Good arbeitet aktuell mit dem Modeunternehmen Levi’s und dem Naturfarbstoff-Start-up Stony Creek Colors zusammen, um den Einsatz von pflanzlichem Indigo innerhalb der Denim-Lieferketten in großem Maßstab zu testen. Das Projekt zielt darauf ab, die mit pflanzlichem Indigo gefärbten Levi’s-Kleidungsstücke bis Ende 2022 oder Anfang 2023 auf den Markt zu bringen.

Amsterdam verbietet Werbung für Produkte, die fossile Brennstoffe verwenden

Amsterdam wird voraussichtlich die erste Stadt der Welt sein, die Anzeigen von Unternehmen für fossile Brennstoffe und Luftfahrt verbietet, um den „Überschuss“ an Werbung für fossile Brennstoffe zu reduzieren. Das neue Gesetz folgt einer Massenbewegung in und um die Hauptstadt, die von der Initiative „Reclame Fossielvrij“ (Fossilienfreie Werbung) angeführt wurden. Die Gruppe koordinierte einen Brief von über 50 lokalen Organisationen, die Amsterdam aufforderten, fossilfrei zu werden.

Deutschland plant Kolonialdiebstähle zurückzugeben

Deutschland wird als erstes Land die Benin-Bronzen zurückgeben. Die Bronzen, die 1897 von britischen Soldaten und Matrosen geplündert wurden, wurden anschließend an Museen in Europa und Nordamerika verkauft. Die Übergabe der ersten Objekte ist im Jahr 2022 geplant. 

Britney Spears ist frei

Britney is free! Nach einem langersehnten Gerichtsurteil ist die Sängerin nun wieder in der Lage, rudimentäre Freiheiten in Anspruch zu nehmen, die die meisten von uns für selbstverständlich halten – ihr aber in den letzten dreizehn Jahren, die sie unter Vormundschaft ihres Vaters lebte, verweigert wurden. Britney kann jetzt endlich wieder ihre eigenen medizinischen Entscheidungen treffen, ihre eigenen Verträge unterzeichnen und ihr eigenes Geld ausgeben. Next up: die Hochzeit mit Partner Sam Asghari. 

Outdoor-Händler für mehr Klimaschutz

Fünf europäische Outdoor-Händler – Yonderland, Bergfreunde GmbH, Bergzeit GmbH, Sportler Gruppe und Internetstores AG – haben sich zum „Outdoor Retailer Climate Commitment“ (ORCC) zusammengeschlossen. Sie zielen darauf ab, gemeinsam für den Klimaschutz einzustehen und so mehr Druck auf Wirtschaftspolitik und Industrie auszuüben. Sie werden sich künftig vorrangig für die Erreichung der Pariser Klimaziele aktiv einsetzen.

Pakistans erste trans* islamische Schule

Pakistans erste Madrasa (islamische Religionsschule) für trans* Menschen wurde in Islamabad eröffnet – dank der Bemühungen von Rani Khan, selbst Transfrau, die einen Raum für Mitglieder der LGBTQI+-Gemeinschaft schaffen wollte, um den Islam zu praktizieren.

Deutsche Turnerinnen gegen die Sexualisierung ihres Sports

Anstelle der üblichen Badeanzug-artigen Kleidung trugen Deutschlands Turnerinnen bei der Turn-EM Ganzkörperanzüge, um ein Zeichen gegen die Sexualisierung von Frauen im Turnen zu setzen – und im Sport allgemein. Die Aktion erzeugte ein großes Medienecho und bewies einmal mehr, dass es in Sachen Gleichberechtigung noch ein langer Weg ist.

Neuseeland genehmigt bezahlten Urlaub nach Fehlgeburt

Neben den Philippinen und Indien, wird nun auch Neuseeland, Arbeitnehmerinnen, die eine Fehlgeburt erleiden, bezahlten Trauerurlaub anbieten. Liebe Jacinda Ardern, du machst vieles richtig. 

DariaDaria hat es endlich in die Vogue geschafft

Nach jahrelangen, eher ironisch gemeinten, Aufrufen auf Instagram, die Vogue solle sie doch kontaktieren, hat Madeleine Daria Alizadeh, aka DariaDaria, es nun endlich geschafft: Das Magazin hat sich gemeldet und präsentiert die Influencerin, Unternehmerin und Autorin in einem ausgiebigen Interview und Video. Dabei wurde auch ihr Label Dariadéh gefeatured. Wir freuen uns mit!

Montenegro schreibt Geschichte mit erster gleichgeschlechtlicher Ehe

Zwei Frauen haben gerade im konservativen und patriarchalisch geprägten Montenegro geheiratet. Die Hochzeit erfolgt mehr als ein Jahr nachdem das Balkanland ein Gesetz verabschiedet hatte, das gleichgeschlechtliche Partnerschaften als Teil der für den EU-Beitritt erforderlichen Reformen erlaubt. Yay!

Josephine Baker wird in Paris geehrt

Die in den USA geborene Tänzerin, Sängerin und Menschenrechtsaktivistin Josephine Baker wurde im November, fast ein halbes Jahrhundert nach ihrem Tod, als erste Schwarze Frau im französischen Panthéon-Mausoleum geehrt. Baker, die in den 1920er und 1930er-Jahren in Paris zum ersten Mal Ruhm erlangte, ist damit die sechste Frau, die im weltlichen Tempel Frankreichs geehrt wird. Sie ist zudem die erste Entertainerin, die es ins Pariser Panthéon schafft – neben historischen Figuren wie dem Schriftsteller Victor Hugo oder der Wissenschaftlerin Marie Curie und fast 80 weiteren Persönlichkeiten aus Politik, Wissenschaft und Kunst.

Erste arabische Astronautin in Ausbildung 

Nora al-Matrooshi aus den Vereinigten Arabischen Emiraten ist die erste arabische Frau, die eine Ausbildung zur Astronautin beginnt. Die 28-jährige Maschinenbauingenieurin aus Sharjah – einem der sieben Emirate der Vereinigten Arabischen Emirate – träumt seit ihrer Kindheit vom Weltraum und lernte in der Schule Planeten und Sterne.

Australisches Insekt nach Drag-Star RuPaul benannt 

Eine Fliege wurde nach dem Drag-Star RuPaul benannt. Sie gehört zu einer neuen Gruppe australischer Soldatenfliegen. Der Name spiegelt ihre schillernden Regenbogenfarben wider. Die Idee, Insekten nach Pop-Ikonen zu benennen, hat dazu beigetragen, dass bedrohte Arten breite Aufmerksamkeit und Schutz erlangen.

Statue einer indigenen Frau ersetzt Kolumbus in Mexiko-Stadt

Der Gouverneur von Mexiko-Stadt hat bestätigt, dass eine Statue einer indigenen Frau das Christopher-Columbus-Denkmal der Hauptstadt ersetzen wird. Die Statue wurde im vergangenen Jahr entfernt, nachdem Aktivist*innen für die Rechte der indigenen Bevölkerung gedroht hatten, sie abzureißen. Columbus wird durch eine Nachbildung einer präkolumbianischen Statue namens Young Woman of Amajac ersetzt.

Street Art in Italien für Integration junger Migrant*innen

Die Initiative Atelier d’Arte Pubblica von Matera startet Street-Art-Projekte, um mit unbegleiteten Minderjährigen zu arbeiten und durch den kreativen Prozess besser zu integrieren. Zudem sollen sie bei der Verarbeitung von Traumata unterstützt werden und mehr Vertrauen finden zu ihrem neuen Umfeld.

Schottland testet vier-Tage-Woche – ohne Paychecks zu kürzen

Nach Island und Neuseeland testet nun auch Schottland eine Reduzierung der Arbeitszeit um 20 Prozent. Die Kampagne zielt vor allem darauf ab, das Wohlbefinden der Arbeitnehmer*innen zu steigern, was sich nachweislich positiv auf die Produktivität auswirkt. 

Elefantenpopulation in Kenia nimmt wieder zu

Die illegale Wilderei auf Elefanten in Kenia ist drastisch zurückgegangen – und die Zahl der Elefanten, Nashörner, Löwen, Giraffen, Zebras und Antilopen ist um 12 Prozent gestiegen.

Nicht-binäre Personalausweise in Argentinien

Argentinien ist das erste Land in Lateinamerika, das Ausweisdokumente mit einer „X“-Option für Personen einführt, die sich weder als weiblich noch als männlich identifizieren‍. Nicht-binäre und intersexuelle Menschen können nun das „X“ in der Geschlechterbox verwenden. 

Schweden plant weltweit größte Anlage zum Recycling von Kunststoffen

Swedish Plastic Recycling (SPR) investiert in eine neue Anlage mit modernster Technologie, die „praktisch alle Arten von Kunststoff“ recyceln kann. Site Zero wird komplett emissionsfrei und mit erneuerbarer Energie betrieben. Wir sind gespannt!

Dating-Apps starten Fonds zur Deckung der Abtreibungskosten für Texanerinnen

Bumble und Match haben sich zusammengetan: Sie stellen sich dem neuen texanischen Anti-Abtreibungsgesetz, das Abtreibungen bereits nach sechs Wochen verbietet. Die Dating-Apps starten einen Fonds, um Texaner*innen bei der Ausreise aus Texas und damit beim Zugang zu legalen Abtreibungsdiensten in anderen Bundesstaaten zu helfen.

Der neue Superman ist bisexuell

Zeiten ändern sich, auch für Superheld*innen. In jüngster Zeit protestierte Superman nicht nur gegen die Abschiebung von Geflüchteten, sondern stoppte zudem eine High-School-Schießerei und versuchte, Waldbrände zu löschen. Nun wird der neue Superman sogar bisexuell. Eine Premiere!

Australien gibt indigenen Bewohner*innen Regenwald zurück

Die Regierung von Queensland, Australien, übergab in diesem Jahr den ältesten tropischen Regenwald an seine Aborigines-Bewohner*innen, die Eastern Kuku Yalanji. Das Weltnaturerbe ist von einzigartiger Biodiversität mit über 3.000 Pflanzenarten, 107 Säugetieren, 368 Vogel- und 113 Reptilienarten.

Kohleausstieg in Portugal

Das Pego-Werk – Portugals letztes Kohlekraftwerk, das 150 Kilometer nordöstlich der portugiesischen Hauptstadt Lissabon liegt, – wurde im November eingestellt. Portugal gilt nun als viertes Land der Europäischen Union, das die Verbrennung von Kohle zur Stromerzeugung eingestellt hat. Belgien stieg 2016 aus der Kohle aus, Österreich und Schweden folgten letztes Jahr.

Modenschau in der Elfenbeinküste: Models mit Behinderung brechen Tabus

Am International Day of Disabled Persons (Internationaler Tag der Menschen mit Behinderungen) am 3. Dezember fand eine Modenschau der besonderen Art statt: Die Mougnan Foundation organisierte in der Stadt Abidjan an der Elfenbeinküste eine Show mit dem Titel Fortes et belles au pluriel“ („Stark und schön im Plural”), um die Schönheit und Widerstandsfähigkeit von Menschen mit Behinderungen zu feiern. Die Stiftung wurde von Grâce Bého gegründet, der nach einem Verkehrsunfall der Unterarm amputiert wurde. Nun setzt sie sich für die Verbesserung der Lebensqualität von Frauen mit Behinderung in der Elfenbeinküste ein.

Onlinshop gegen häusliche Gewalt

Beunruhigt durch Berichte über zunehmende häusliche Gewalt unter Covid-19-Lockdowns beschloss Krystyna Paszko, eine polnische Teenagerin, einen Fake-Kosmetik-Onlineshop zu eröffnen. Damit wollte sie Opfern, die in ihren Häusern gefangen sind, eine Rettungsleine anbieten. Wenn ein Opfer sich im Shop-Chat meldet, um eine Creme zu kaufen, antwortet ein*e Psycholog*in anstatt einer Verkaufskraft. Sie*er fragt, wie lange die „Hautprobleme“ schon bestehen und wie die „betroffene Haut” auf Alkohol reagiert. Wenn mensch eine Bestellung aufgibt und eine Adresse hinterlässt, ist das ein Code, der die Behörden auffordert, das Haus zu besuchen. Die Idee gewann einen Preis der Europäischen Union, der mit 10.000 Euro dotiert war.

Was hat dich dieses Jahr besonders bewegt? 

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