Fashion Changing News: Frankfurt Fashion Week, neue Studien und Entlassungen bei H&M

Es ist wieder viel los in der (nachhaltigen) Modewelt. Die Frankfurt Fashion Week startet, H&M macht gleich zweimal schlecht von sich reden, es gibt eine neue Spendenaktion für Textilbeschäftigte in Myanmar und Aktivist:innen wehren sich gegen Luxuskonzerne. Diese News und noch einige mehr, liest du hier in unseren Fashion Changing News.

Die erste Frankfurt Fashion Week startet

Die Frankfurt Fashion Week vom 5. bis 9. Juli 2021 steht im Zeichen der zukunftsorientierten Mode- und Lifestyle-Community. Zentrale Themen sind dabei Nachhaltigkeit und Digitalisierung, die vor allem in digitalen Tradeshows, Showcases und Events diskutiert werden. Herzstück der Fashion Week bilden Europas größte Modemessen wie Neonyt, der führende Hub für Sustainable Fashion. 

Highlight sind aber auch die zahlreichen Konferenzen – darunter der erste Frankfurt Fashion SDG Summit, der dem Thema „Nachhaltigkeit in der Modeindustrie“ internationale Strahlkraft gibt. Der Summit beleuchtet die drängenden Herausforderungen der Modebranche aus vielfältigen Perspektiven und propagiert konsequent in Richtung Nachhaltigkeit. Ausgestrahlt wird die Konferenz am 7. Juli 2021 – live und digital über das FFW Studio.

Hier findet ihr mehr zum Programm der Frankfurt Fashion Week 2021Besonders spannend klingen das Podiumsgespräch zum Thema Diversität am 6. Juli, die Diskussion über virtuelle Mode am 7. Juli und der digitalen Filmabend zu Mode.Macht.Menschen am 9. Juli.

Neue Studie zeigt: Nachhaltigkeitsaussagen sind oftmals unbegründet oder irreführend 

Der Bericht „Synthetics Anonymous: fashion brands’ addiction to fossil fuels” analysiert unter anderem 12 Modemarken und über 4.000 Produkte. Dabei zeigt er, dass Verbraucher:innen routinemäßig mit falschen grünen Behauptungen getäuscht werden. Manche Unternehmen verbergen zum Beispiel die Tatsache, dass ihre als „ökobewusst“ gekennzeichneten Kollektionen oft genauso viele Kunstfasern enthalten wie ihre Hauptkollektionen. So enthält die Conscious Collection von H&M beispielsweise einen noch höheren Anteil an synthetischen Textilien als die Hauptkollektion. 

Die Studie kam außerdem zum Ergebnis, dass 59 Prozent der Nachhaltigkeitsaussagen unbegründet oder irreführend sind. Besonders auffällig waren H&M mit 96 Prozent und ASOS mit 89 Prozent falschen Behauptungen. 

Der Bericht zeigt: H&M und Asos betreiben besonders viel Greenwashing. © Changing Markets Foundation

Spendenaktion für Textilbeschäftigte in Myanmar

Seit Monaten leisten die Menschen in Myanmar mit Straßenkundgebungen, Streiks und Lärmprotesten Widerstand gegen die Machtübernahme durch das Militär, was auch die lokale Textilbranche beschäftigt. Inzwischen jedoch lässt das Militär Gewerkschafter:innen und Arbeiter:innen festnehmen, um den Widerstand zu brechen. Viele Aktive müssen untertauchen. FEMNET organisiert daher eine Spendenaktion zu deren Unterstützung.

H&M plant deutschlandweiten Stellenabbau

800 Mitarbeiter:innen sollen in den kommenden Monaten bei H&M entlassen werden. Einer der angegebenen Gründe: Das Kaufverhalten der Menschen habe sich geändert. Immer mehr Leute shoppen online – Filialen seien dadurch weniger lukrativ geworden. Um hier Geld einzusparen, plant H&M Deutschland daher vor allem Mitarbeiter:innen, die sich noch in Elternzeit befinden (überwiegend Mütter), zu entlassen.

Zwar sind diese Mitarbeiter:innen durch die Elternzeit vor Kündigung geschützt – einmal zurück am Arbeitsplatz können sie aber entlassen werden. Sie seien dem Fast-Fashion-Konzern „nicht flexibel genug“. Die Entlassungen seien Teil eines Freiwilligenprogramms, das die Geschäftsleitung selbst vorgeschlagen hat: Das ist ein Abfindungsprogramm für Mitarbeitende, die gegen Abfindung freiwillig gehen sollen. Für die geplanten Entlassungen erntet H&M viel Kritik, aktuell gibt es allerdings keine Anzeichen dafür, dass Mitarbeitende in Elternzeit doch noch vor Entlassungen geschützt werden.

Modekonzerne schulden Textilbeschäftigten weiterhin Löhne

Die Clean Clothes Campaign führte Interviews mit 49 Textilbeschäftigten in den Lieferketten von H&M, Nike und Primark in Bangladesch, Kambodscha und Indonesien. Der Bericht zeigt, dass diese Modekonzerne eindeutig nicht genug tun, um die Arbeitnehmer:innen vor den finanziellen Auswirkungen der Pandemie zu schützen. Das durchschnittliche Monatseinkommen der befragten Arbeiter:innen ist sogar weiter gesunken. So schätzen beispielsweise elf Primark-Mitarbeitende, dass ihnen zusammen 2890 US-Dollar geschuldet werden. 

Onlineverantstaltung zum Thema Transparenz in Lieferketten

Transparenz ist wichtig, um Umweltzerstörung und Menschenrechtsverletzungen zu minimieren. Aber wie weit sind Unternehmen auf diesem Weg? Antworten dazu bekommt ihr im Online-Event „Lieferkettengesetz – gut gemeint und auch gut gemacht?“ am 19. Juli 2021.

Wird der Bangladesh Accord ein weiteres Mal verlängert?

Der Bangladesh on Fire and Building Safety Accord sollte am 31. Mai 2021 auslaufen, wurde jedoch um weitere drei Monate verlängert. Das Abkommen wurde nach dem Einsturz des Rana Plaza-Gebäudes im Jahr 2013 unterzeichnet und ist ein rechtsverbindlicher Pakt, der darauf abzielt, die Fabriksicherheit für die Arbeiter:innen zu verbessern.

Der verlängerte Accord läuft am 31. August aus – es bleibt also nicht mehr viel Zeit, um Modemarken dazu zu bringen, beizutreten und die Erneuerung und Expansion des Accords in andere Länder zu unterstützen. Remake und Rana Plaza Never Again bieten euch die Möglichkeit Nachrichten an Brands zu schicken, um sie aufzufordern, das Bangladesch Abkommen zu verlängern.

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Protestaktion gegen die ständig wachsende Ungleichheit

Aktivist:innen der Organisation für soziale Gerechtigkeit Attac entrollten am 3. Juli 2021 ein riesiges Banner über dem Hauptsitz des französischen Luxuskonzerns LVMH und sprühten schwarze Farbe auf die Schaufensterfront seines neu gestalteten Kaufhauses in Paris. Attac meinte, der Stunt solle gegen die schamlose Bereicherung von Milliardär:innen während der Gesundheitskriseprotestieren. Auf dem Banner war beispielsweise auch Françoise Bettencourt abgebildet, Tochter der verstorbenen L’Oréal-Erbin Liliane Bettencourt. Mit einem Vermögen von fast 88 Milliarden US-Dollar gehört Bettencourt zu den reichsten Menschen der Welt. 

Virtuelle Mode wird immer beliebter

Immer mehr Labels designen auch virtuelle Mode. Dieser Hype geht mittlerweile so weit, dass manche digitale Kleidungsstücke teurer sind, als ihre physischen Pendants. Wie das Luxusunternehmen Gucci damit immensen Profit macht, lest ihr hier.

Seid ihr dabei bei Frankfurt Fashion Week 2021?

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