Wohin mit
ungewollten Geschenken?

Weihnachten liegt zwar hinter uns, die Frage „Was mache ich jetzt mit den Geschenken, die ich gar nicht wollte?“ womöglich noch vor uns.

Egal, wie detailreich ich meine Wunschliste schreibe, irgendein ungewolltes, aber lieb gemeintes Geschenk, liegt meist trotzdem unterm Baum. Über die letzten Jahre habe ich einige Möglichkeiten gefunden, was ich mit den Geschenken, die ich nicht wollte, machen kann. Hier sind ein paar Tipps.

„Ähm, hast du noch den Kassenzettel?“

Nimm deinen Mut zusammen und erkläre dem*der Geschenkegeber*in, dass du keine Verwendung für das Geschenk hast und es gerne zurückgeben möchtest. Das ist natürlich ein sensibles Thema, aber wenn du dich bedankst und in Ruhe erklärst, warum du das Geschenk nicht gebrauchen kannst, dürften sich keine dramatischen Szenen abspielen.

Gut zu wissen: Das Umtauschrecht beträgt mindestens 14 Tage. Um die Weihnachtszeit herum verlängern aber auch viele Händler das Umtauschrecht. In einigen Läden bekommst du nicht das Geld ausgezahlt, sondern einen entsprechenden Einkaufsgutschein. Wenn du dafür auch keine Verwendung hast, freut sich mit Sicherheit jemand anderes darüber.

Was, wenn es keinen Kassenzettel mehr gibt oder ich mich nicht traue, danach zu fragen? Nun, kommt natürlich darauf an, was es ist, aber in der Regel, finden sich immer Abnehmer*innen.

Fotocredit: Unsplash/Thought Catalog

Neue Verwendungen für Bücher

Ich verschenke Bücher, ob neu oder bereits gelesen, gerne an Familie, Freund*innen oder Nachbarn weiter. Auch Bibliotheken nehmen gerne Bücher an. Geh einfach mal in deine Bezirksbibliothek und frage nach – ist auch eine gute Gelegenheit, mal die örtliche Bibliothek zu durchstöbern. Oder du stellst das Buch in einen der zahlreichen öffentlichen Bücherschränke in Deutschland.

 

 

Wohin mit Haushaltswaren und elektronischen Geräten?

„Oh, wie toll, noch eine Pfanne…?“ Ich weiß ja nicht, wie es euch geht, aber mein Stapel an Handtüchern hat sich über die vergangenen Weihnachtsfeste gut gefüllt – Handtücher sind quasi die neuen Socken, jedenfalls in meiner Familie. Da musste ich erstmal einen „Handtuch-Stopp“ auf meine Wunschliste setzen. Und auch Pfannen und Messer haben wir zur Genüge. Ach, und wenn ich genau hinschaue, habe ich da auch noch eine Ecke mit alten Handys, Laptops und Druckern oder diesen Mixer, den ich nie benutzte. Deswegen habe ich mir für 2019 vorgenommen: Ungewolltes, aber noch gut Erhaltenes, an Sozialkaufhäuser abgeben! Eine Übersicht an deutschlandweiten Sozialkaufhäusern gibt es hier.

Wer nichts verschenken oder tauschen möchte, kann natürlich auch weiterverkaufen, zum Beispiel auf der Medien- und Elektronik-Online-Plattform reBuy oder bei Back Market, wo wiederaufbereitete Tablets und Smartphone verkauft werden.

Egal, was du tust, bitte wirf deine kaputten Elektrogeräte nicht in deinen Hausmüll. Diese müssen nämlich laut Gesetzgebung fachgerecht entsorgt werden.

Und was ist mit Kleidung?

Die Zeiten, in denen mir jemand Kleidung schenkt, sind zwar vorbei, aber sollte sich ein Kleidungsstück unter deinen Geschenken befinden, das dir nicht gefällt, nicht passt oder das du schlicht nicht brauchst, muss es nicht zwangsläufig als Kleiderschrankleiche enden, nur weil das Umtauschrecht verstrichen ist (oder du dich nicht getraut hast, nach dem Kassenbon zu fragen).  Neue oder gut erhaltene Kleidung gebe ich an die Stadtmission ab – hier sammelt man Kleidung für Hilfsbedürftige. Gerade zur kalten Jahreszeit ist deine Winterjacke hier gut aufgehoben. Am Besten vorher mal anrufen, was derzeit gebraucht wird. Eine Übersicht der deutschlandweiten Kleiderkammern der Charitas gibt es hier.

Beim genauen Hinsehen, wirst du wahrscheinlich feststellen, dass dein Kleiderschrank mehr als ein ungetragenes Teil beherbergt. Und einigen deiner Freund*innen wird es mit Sicherheit ähnlich gehen. Wie wäre es, wenn ihr zusammen eine Kleidertauschparty im eigenen Wohnzimmer organisiert und andere zum Tauschen einlädt? Alternativ kannst du deine Kleidung natürlich auch weiterverkaufen, beispielsweise bei Kleiderkreisel. Solange du nichts unbedacht in den nächstgelegenen Altkleidercontainer wirfst (hier steht warum), kannst du mit deinem ungewollten Kleidungsstück anderen eine Freude machen.

Wie können wir verhindern, dass wir zum nächsten Anlass wieder Ungewolltes bekommen?

Da hilft leider nur ein offenes Gespräch. Ich habe letztes Jahr hier und da vorgeschlagen, sich nichts mehr gegenseitig zu schenken. Wenn jemand unbedingt Geld ausgeben möchte, wie wäre es dann, sich eine Organisation auszusuchen, die man gerne finanziell unterstützen möchte? Wir haben hier ein paar unterstützenswerte Initiativen für dich aufgeschrieben.

Falls du spezielle Wünsche haben solltest – ob zu Weihnachten, zum Geburtstag oder zu anderen Anlässen – bist du auf jeden Fall mit einer konkreten Wunschliste gut beraten. Wenn ich etwas sehe, was mir gefällt, dann notiere ich es sofort. Wenn es dann kurz vor Weihnachten immer noch ein „haben-wollen“-Gefühl bei mir auslöst, kommt es auf die Wunschliste mit Link und gegebenenfalls Tipps, wo man das Objekt der Begierde erstehen kann. Das ist natürlich aufwändiger als ein „ich-lass-mich-überraschen“-Wunschzettel, lohnt sich aber, wenn man keine Lust hat, sich in den Umtauschwahnsinn zu stürzen oder regelmäßig auf Tauschpartys zu gehen.

Was sind deine Tipps für den Umgang mit ungewollten Geschenken?

 

Titelbild Fotocredit: © Kira auf der Heide/ Unsplash

Nach beruflichen Stationen im Literaturbetrieb macht Nina inzwischen das, wofür sie brennt. Neben den Fashion Changers co-gründete sie mit Melanie Hauke die Videoproduktionsfirma nXm, die 2018 den 1. Deutschen Buchtrailer Award gewann. Seit 2013 bloggt Nina auf Pink & Green über Nachhaltiges, Literarisches und Co. Außerdem träumt sie von einem eigenen Buchclub und würde gerne mal einen Tag mit Grace Coddington und ganz viel Haute Couture verbringen. Ehrenamtlich engagiert sich Nina für den Verein future fashion forward e.V.

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