Nachhaltiges Färben – Lösungsansätze für bessere Farben in der Mode

Farbe ist ein wesentlicher Bestandteil unserer Kleidung mit Auswirkungen auf die gesamte textile Kette. Die globale Bilanz des Färbens ist groß, daher beleuchten wir fünf besonders kritische Hotspots. Wir tauchen ein in den globalen Impact von Farben und zeigen eine Vielzahl besserer Alternativen für nachhaltiges Färben auf.

Nachhaltiges Färben, Titelbild, ein Ausschnitt eines blauen Revers mit einem türkisfarbenen T-Shirt darunter, links ist ein Schmetterling zu sehen.
„Für eine Farbe ist es das beste Zeichen, wenn keiner, der sie sieht, weiß, wie man sie nennen soll.“

Farbe existiert nicht einfach, sie entsteht exakt im Moment des Sehens in einem komplexen Zwischenspiel aus dem Einfallen des reflektierten Lichts eines Objekts in unsere Augen und dessen Farbinformationsverarbeitung im Gehirn. Die eigentliche Farbwahrnehmung an sich ist so komplex, dass sie bis heute ungeklärt bleibt. Neben Haptik und Gestaltung ist auch bei Kleidung die Farbe oft das erste, was uns buchstäblich „ins Auge“ fällt. Die magische Kombination aus Stofflichkeit, Design und Farbe macht oft den besonderen Reiz von Mode aus.

Farbe als Kaufanreiz

Die Farbe von Kleidung und deren psychologische, emotionale und kulturelle Bedeutung hat einen direkten Einfluss auf unser Kaufverhalten. Kate Fletcher und Lynda Grose schreiben in ihrem Buch Fashion & Sustainability – Design for Change, dass dieses Wissen im Modemarketing aktiv als sicherer Weg genutzt wird, Kaufanreize über Neuheit und Emotionalität zu setzen. Sprich auch durch Farbe wird der Konsum angeheizt. Die ausgerufenen und schnelllebigen Trendfarben aus Modemagazinen machen uns weiß, dass wir jede Saison einen neuen Kleiderschrank brauchen.

Im Jahr 2022 gaben deutsche Privathaushalte laut Statistischem Bundesamt für Bekleidung und Schuhe etwa 77 Milliarden Euro aus – so viel wie noch in keinem Jahr zuvor. Auch nach einer Preisbereinigung um die inflationsbedingten Preissteigerungen sind die Ausgaben höher als in den Vorjahren. Der Konsum von Kleidung nimmt demnach allein in Deutschland weiter zu. Für Konsument*innen, die noch nicht auf Nachhaltigkeit achten oder nur Gelegenheitskäufe tätigen, ist neben Komfort das Aussehen und damit auch die Farbe für etwa 52 Prozent der Käufe ausschlaggebend. 

Im Gespräch sagt Lisa Hermann von hermi Colours, Expertin für Farbstoffe und deren natürliche Gewinnung: „Das Wissen in der Bevölkerung, wie schädlich synthetische Farben – also Farben aus fossilen Quellen – sein können, ist nicht verankert.” Solange diese Informationen nicht niedrigschwellig zugänglich gemacht werden, so Hermann, sei es schwieriger für alternative Färbeverfahren, sich bei den Konsument*innen durchzusetzen.

Bevor wir uns nachhaltiges Färben genauer ansehen, wollen wir die weltweiten Auswirkungen des Färbens einordnen.

Die globalen Auswirkungen des Färbeprozesses

Für das Färben von Textilien werden das Färbemittel und der Stoff sowie Wasser, Energie,  Salze, Beizen und Hilfsstoffe benötigt. Hilfsstoffe im Färbeprozess sorgen dafür, dass die Farbpigmente in die Faser kommen, haltbar und farbstabil sind. 90 Prozent der Kleidung weltweit wird dabei synthetisch gefärbt. Dies wird meist als konventionelles Färben bezeichnet.  

Etwa 10.000 unterschiedliche synthetische Farbstoffe kommen für das Färben von Bekleidung zum Einsatz. Davon gelangen 10-50 Prozent, etwa 200.000 Tonnen Färbemittel pro Jahr, durch die Waschprozesse in der konventionellen Färberei in die globalen Wasserwege und verunreinigen Frischwasser. Kate Fletcher und Lynda Grose nennen ein ganz konkretes Beispiel für synthetische Farben: Reaktivfarben, die für Zellulosestoffe wie Baumwolle verwendet werden, haben eine Fixierrate von 65 Prozent. Das bedeutet, dass über ein Drittel dieser Färbemittel ins Wassersystem gespült werden. 

Wie dieser toxische Cocktail aus Farbresten, giftigen Chemikalien, Schwermetallen, Mikrofasern und Beizen miteinander und in der Umwelt reagiert, ist meist unbekannt – es bedarf weiterer Forschung, um die komplexen Reaktionen eingehend zu verstehen. Synthetische Farbstoffe zersetzen sich nicht leicht in der Umwelt und werden nicht biologisch abgebaut, was bedeutet: Sie verbleiben in der Umwelt. Über die Färbung wird also auch ein biologisch abbaubarer Stoff schnell zu einem nicht oder nicht vollständig abbaubaren.

Hotspot 1: Chemikalien und deren Auswirkungen auf die Umwelt und unsere Gesundheit

Eine Farbgruppe, die sogenannten Azo-Dyes, ist besonders kritisch hervorzuheben. 60-80 Prozent der eingesetzten Färbemittel für Kleidung zählen zu dieser Farbgruppe. Allan Savory beschreibt in seinem Buch Was steckt in unserer Kleidung verschiedene Chemikalien der Modeindustrie näher. Viele Azo-Dyes sind nachweislich krebserregend, mutagen (zellverändert) und gesundheitsschädlich. 22 Farbstoffe aus dieser Gruppe sind in der EU ganz verboten. Dennoch werden sie regelmäßig, wenn auch nur in geringen Mengen, in Kleidung gefunden, wie Stichproben des Bundesamtes für Risikobewertung regelmäßig zeigen und auch eine Testreihe von Greenpeace im Jahr 2012 ergab.

Ein weiteres kritisches Beispiel ist Anilin, dessen Entdeckung zu einer Vielzahl synthetischer Farben wie Anilinrot und Anilingelb führte. Anilin ist ein endokriner Disruptor, das bedeutet, der Farbstoff wirkt sich auf unser Hormonsystem aus und ist bei 90 Prozent der Bevölkerung nachweisbar. Die eingesetzten Chemikalien müssen nicht ausgewiesen werden – dieser Mangel an Transparenz macht es für Kund*innen und Recycler schwer nachzuvollziehen, was wirklich in den Stoffen steckt.

Alternative: Färben mit natürlichen Farben

Aus Erde, Pflanzen, Nahrungsmitteln und -resten oder auch Pilzen können Farbpigmente gewonnen werden, die auch für Bekleidung Verwendung finden. Viele dieser Farbpigmente basieren auf traditionellem Wissen. Jede Kultur greift dabei auf ihren eigenen Wissensschatz zur Gewinnung von textilen Farben zurück. Sie reichen über den gesamten Globus: von der Bogolan-Erdfärberei aus Mali, Shibori und Indigofärberei aus Japan zu Färbepflanzen wie Färberkrapp, die in Frankreich, Deutschland sowie in der Türkei und Indien für Rottöne genutzt wurde. Marken wie Christy Dawn unterstützen traditionelle Färbereien und Färbetechniken und tragen somit zur kulturellen Nachhaltigkeit und zum Erhalt des kulturellen Erbes bei. Lisa Hermann führt dazu an, dass sich „das Image der Naturfarben verändern, entstauben muss.” Den Anfang machen Designer wie Ian Allen Greer und Firmen wie Satisfy – sie interpretieren alte Färbetechniken neu. 

Es gibt bereits auch industrielle Lösungen und Technologien, die dieses traditionelle Farbwissen aufgreifen und nachhaltiges Färben für die Industrie interessant machen: die Earth Dyes von Archroma beispielsweise, die in der Kapselkollektion Dyed By Nature von Armedangels verwendet wurden oder kreislauffähige und materialgesunde Farben, die biologisch abbaubar sind, wie etwa in den Kollektionen von Detto Fatto zu finden. Sie  zeigen, dass natürliche Farben auch für ein breiteres Publikum bereits zugänglich gemacht werden können.

Für natürliche Färbetechniken werden wie bei  der konventionellen Färbung Wasser, Energie und Chemikalien (wie Färbesalze und Beizen) verwendet – es gibt viele Beizen und Salze, die auf natürliche Weise gewonnen werden und für die Umwelt und den Menschen gesund sein können. Die Frage, ob natürliche Farben eine nachhaltige Alternative zu synthetischen Farben sind, hängt für Lisa Hermann davon ab, wie man sie einsetzt: „Der Kreislauf muss mitbedacht werden – was nach dem Färben mit dem Wasser passiert, ist wichtig. Das Vorbehandeln und Nachbehandeln der Stoffe kann auch umweltschädlich und schädlich für die färbende Person sein.” 

Elke Fiebig von Still Garments kreiert mit kleinen Modelabels und Endverbraucher*innen Textilien mit Naturfarben. Sie fügt hinzu: „Der Vorteil beim Färben mit Naturfarben ist, dass, wenn man den Färbeprozess verantwortungsvoll gestaltet, man die Zusatzstoffe genau kennt.” Bei den synthetischen Farben sei hingegen nicht mehr nachvollziehbar, was in den Färbemitteln eigentlich drin ist. Laut Elke Fiebig gibt es, „sehr giftige Beizsalze wie Chrom oder Kupfer – Chrom wird noch heute in der globalen Lederproduktion verwendet und ist schädlich für die Gesundheit.”

Hotspot 2: Wasserverschwendung und -verschmutzung

Insgesamt benötigt die globale Textilindustrie 93 Milliarden Kubikmeter Wasser pro Jahr – Wasser, welches auch als Trinkwasser im Zuge des Klimawandels immer dringender für die Versorgung von Menschen und Tieren gebraucht wird. Das Wasser würde ausreichen, um fünf  Millionen Menschen mit Wasser zu versorgen. Laut Allan Savory werden circa zwei Billionen Liter Wasser dabei für das Färben von Textilien verwendet. Ein Großteil davon ist Frischwasser. Konkret macht das  200 Liter Wasser pro Kilo Stoff und bei Baumwolle im Schnitt sogar 125 Liter. Beim Färben von Textilien wird außerdem eine konstante Temperatur des Wassers benötigt. Dies macht den Färbeprozess in der Lieferkette mit 75-90 Prozent der Energie-Emissionen besonders energieintensiv.

Alternative: Wassersparende Färbetechnologien

Neue technologische Innovationen wie Plasma- und Ultraschallfärben können den Wasserverbrauch und auch die verwendeten Chemikalien im Färbeprozess erheblich verringern. Diese ressourcenschonenden Technologien werden bereits in Kollektionen wie von Pangaia eingesetzt. Sie senken gleichzeitig auch die Produktionskosten, wie sich beispielsweise am  digital gesteuerten Sprühfärbeprozess von Alchemie zeigt, der 50 Prozent Kosten einspart und Investoren wie H&M anlockt. 

ColorZen bietet eine Vorbehandlung an, die den Färbeprozess beschleunigt und gleichzeitig 90 Prozent Wasser, 75 Prozent Energie und 90 Prozent Chemikalien einsparen soll im Vergleich zu konventioneller Färbung von Baumwolle. Innovationen wie DyeCoo nutzen superkritisches CO2 in einem Prozess, der mit reinen Färbemitteln und einer 98 Prozent Annahme im Textil – ganz ohne Wasser – auskommt. Diese Technologien sind allerdings noch im Stadium der Entwicklung. Es wird voraussichtlich noch einige Zeit dauern, bis sie skalierbar werden und nachhaltiges Färben einen Schritt näher rückt.

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Hotspot 3: Arbeitsbedingungen

2022 machte die Farbmittelindustrie für Textilien 6 Milliarden US Dollar Umsatz  – bis 2031 soll dieser um weitere sechs Prozent steigen. Daran zeigt sich deutlich die wirtschaftliche Dimension dieses Teils der textilen Kette. Gleichzeitig existiert eine große ökonomische Abhängigkeit in den Lieferketten, besonders der kleinen Färbereien und Waschhäuser, die als Subunternehmen agieren und weniger reguliert sind. Die Arbeiter*innen arbeiten mit den Chemikalien oft mit keiner oder unzureichender Schutzkleidung und leiden unter daraus resultierenden Erkrankungen.

Laut Fashion Revolution ist der Zugang zu sauberem Trinkwasser in vielen Regionen der Textilindustrie erschwert. Viele der Flüsse, auf die Gemeinden in China und Bangladesch für ihre Wasserversorgung angewiesen sind, führen zu einer verkürzten Lebenserwartung und zunehmenden Gesundheitsproblemen durch die Verschmutzung der Gewässer.

Alternative: Standards und Zertifizierungen

Trotz der REACH-Verordnung der Europäischen Union gelangen Kleidungsstücke mit verbotenenen Chemikalienrückständen in unsere Geschäfte, auch wenn die Zahl etwas abnimmt und durch Stichproben des Bundesinstituts für Risikobewertung für verbotene AZO-Dyes bei unter fünf Prozent für Textilien liegt. Lisa Hermann weiß um diese Problematik: „Sobald die Stoffe aus anderen Ländern kommen, die nicht in der EU sind, müssen sich die Hersteller nicht an alle Maßgaben halten, die für europäische Färbereien gelten. Daher muss es mehr gesetzliche Handhabe geben.“ 

Verschiedene Standards und Zertifizierungen wie Bluesign, GOTS und Cradle to Cradle unterstützen Marken dabei, eine bessere Auswahl an Stoffen und Farben zu treffen. Welche Rolle Textilsiegel in der DACH-Region spielen, wurde in diesem Artikel von Medina Imsirovic nachgegangen.

Hotspot 4: Trendfarben und Überkonsum

Die Trendfarbe der kommenden Saison ist in den Produktionsländern unserer Kleidung oft an den eingefärbten Flüssen ablesbar. Dies wurde unter anderem im Detail thematisiert in Studien und Reports von Greenpeace und Fashion Revolution. Mit der Annahme, dass sich Trendfarben in einem gewissen Rhythmus wiederholen, könnten auch Resell-Plattformen und Second-Hand-Mode eine gute Alternative darstellen, um farblich am Puls der Zeit zu bleiben und dennoch Überproduktion zu begegnen. Damit diese Geschäftsmodelle funktionieren, spielt die Pflege unserer Kleidung eine entscheidende Rolle.

Für Elke Fiebig liegt ein Hauptproblem in unserem Überkonsum an Kleidung: „Das Volumen wäre gar nicht mit Pflanzenfarben abdeckbar – aber warum sollte dies auch erstrebenswert sein?” Hier sollten wir laut Fiebig auch als Marken und Designer*innen eher ansetzen und den Konsum bewusster gestalten. Das Färben mit Naturfarben sei bei vielen Farbmitteln sehr materialintensiv: „Besonders bei Ackerpflanzen, die viel Fläche brauchen, und auch im Zuge der Bodenverschlechterung für die Lebensmittelindustrie und erneuerbare Energien in Zukunft dringend benötigt werden.”

Alternative: Lebendige Farben

Das Färben oder Co-Gestalten mit lebenden Organismen wie Bakterien, Mikroorganismen und Algen ist ein innovativer Weg, natürliche Farbstoffe zu gewinnen. Firmen, wie Colorifix und Designer und Materialentwickler wie Faber Futures und Living Colour sind nur einige wenige Beispiele aus dem Bereich der Material- und Farbforschung, die ganz neue Richtungen für nachhaltiges Färben aufweisen. Wie auch traditionelle natürliche Färbefarben entwickeln Farben aus lebenden Organismen oft ein Eigenleben.Über die Zeit entsteht ein individuelles Farbergebnis, abhängig von der Nutzung und Pflege der Kleidung. Dieser Gedanke wurde mittels Algenprints durch blond & bieber farbenfroh und konzeptionell oder auch in der Design to Fade Kapselkollektion von PUMA greifbar. Für Elke Fiebig hat die natürliche Farbe den Vorteil, dass sie „mehr ist als einfach nur eine Farbe, sondern eine Geschichte hat, lokal verwurzelt ist und eine emotionale Verbindung schafft.” Design nur aus dem aus dem Computer könne das nicht.  

An dieser Stelle ist die Offenheit der Konsument*innen für natürliche Farben gefragt und dass diese ihre Optik über die Zeit verändern können. Hierzu merkt Lisa Hermann an, dass die „Reproduzierbarkeit bei Farbpigmenten gewonnen aus unterschiedlichen Quellen aus der Natur eine andere Bedeutung erlangt, da der Farbprozess anders stattfindet. Nach Hermann bekommen die Farben eine Tiefe und vermitteln ein anderes Gefühl bei den Kund*innen Kunden: „Meine Erfahrung ist, dass ein bewussterer, wertschätzender Konsum angeregt wird, da sich die Kund*innen mehr verbunden mit der Kleidung fühlen, wenn sie den besonderen Hintergrund der Farben kennen.”

Hotspot 5: Recycling

Der Einfluss der Farbe auf die unterschiedlichen Recyclingwege wurde bereits in diesem Magazinartikel von Frederike Bartzsch beleuchtet. Im chemischen Recycling zum Beispiel müssen Zusätze, so auch Farben, kosten- und zeitintensiv entfernt werden. Für das mechanische Recycling werden die Stoffe nach Farben sortiert – auch dies ist ein zeit- und kostenintensiver Prozess. Die ursprüngliche Farbe bleibt hier erhalten – die Farbe des recycelten Produkts ist eine Farbmischung aus den für das Recycling verwendeten Fasern. Die Färbemittel, die in unseren Textilien stecken, wirken sich also direkt und indirekt auf textile Recyclingprozesse aus.

Alternative: Farbrecycling für nachhaltiges Färben

Neue Technologien beschäftigen sich mit der Wiederverwendung der Farbpigmente selbst. Die Technologie hinter Officina+39 etwa gewinnt Färbemittel durch Zerkleinern von textilem Abfall in feines Pulver. Pangaia nutzte diese Technologie für Teile der Kollektion in 2022, indem sie textile Abschnitte aus den eigenen Produktionen sammelte und für die Herstellung von Färbemitteln nutzte. Graviky Labs, welche bereits mit Nike kollaborieren, geben an, mit Kohlenstoff, aus Fabriken und Verkehrsabgasen textile Farben zu produzieren.

Nachhaltiges Färben – Die Mischung machts

All die Beispiele aus der Industrie und die Vielzahl an Lösungsansätzen für nachhaltiges Färben zeigen, dass das Thema Farbe und deren globale Auswirkungen viele Akteure – von Textilchemiker*innen über Designer*innen und Marken, Färbereien bis hin zu großen Investor*innen – aus ganz unterschiedlichen Gründen bewegt. 

Alternativen zu konventionellen Farben sind bereits vorhanden. Und fest steht ebenfalls: Es wird nicht die eine Lösung für nachhaltiges Färben geben, die die gesamte Branche revolutioniert, sondern viele verschiedene Lösungswege. 

Färben ist ein Weg, Farbe aufs und ins Textil zu bringen. Damit nachhaltiges Färben nicht mehr nur für Microbrands und Kapselkollektionen interessant ist, benötigt es weitere Investitionen, Infrastruktur und Wissensverbreitung. Auch wenn das Thema ein gewisses Grundwissen und Offenheit für chemische Prozesse und neue Technologien mit erfordert, sollten sich Designer*innen und Einkäufer*innen der Marken nicht entmutigen lassen. Denn sie sind es, die bereits zu Anfang in der Gestaltung bessere und nachhaltigere Entscheidungen zur Farbwahl treffen können, die Auswirkungen auf die gesamte Lieferkette haben.

Titelbild via pexels

Über Sarah:

Sarah ist studierte Modedesignerin und setzt sich mit gesunden, kreislauffähigen und unkonventionellen Materialien und deren holistischer Bedeutung auseinander. Sie arbeitete in verschiedenen Bereichen der Modeindustrie und erkannte aus der Praxis heraus die dringende Notwendigkeit einer systemischen Transformation hin zu Nachhaltigkeit, Regeneration und Transparenz. Sarah hat einen Abschluss in Sustainability in Fashion (MA) von der Akademie Mode & Design Berlin, einen Doppelabschluss in Design/Modedesign (BA) von der Hochschule für Angewandte Kunst Schneeberg und einen Bachelor of Culture and Arts von der University of Applied Sciences HAMK in Finnland. Mit ihrem ausgeprägten Gespür für Strategien, Forschung und Materialien entwickelt Sarah Visionen für einen positiven systemischen Wandel und berät neben ihrer Bildungsarbeit und freien Projekten Firmen u.a. im Fashion Changers Collective zu Kreislauffähigkeit, Regeneration und Materialien. Sarah liebt es zu lernen und ihr Wissen über verschiedene Kanäle weiterzugeben.

Foto: © Caroline Wimmer

SARAH SCHMIDT

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