Fashion Changing News: Reparaturpflicht und klare Kante gegen Rechts

Ihr wollt wissen, was in der (Fair) Fashion Branche passiert? Welche spannenden Entwicklungen und News es gibt? Dann kommen hier unsere Fashion Changing News für euch.

Gesetzliches Recht auf Reparatur kommt

Aus einer Stellungnahme der EU-Grünen-Politikerin Anna Cavazzini geht hervor, dass sich der Binnenhandelausschuss des EU-Parlaments für ein Recht auf Reparatur ausspricht. Die Stellungnahme der Ausschussvorsitzenden Cavazzini wurde demnach im Ausschuss angenommen und beinhaltet folgende Punkte, auf die man sich in Zukunft einstellen darf.

  • Right2Repair – Recht auf Reparatur
    Zentrale inhaltliche Forderung der Stellungnahme war das grundlegende Recht auf Reparatur. Das bedeutet: Verfügbarkeit von Ersatzteilen, Updates und Anleitungen für unabhängige Werkstätten und Initiativen sowie eine Garantie, die die Reparatur dem Austausch bevorzugt.
  • Digitaler Produktpass
    Verbraucher:innen sollen Zugang zu allen Informationen haben. Darum will der Ausschuss einen digitalen Produktpass für mehr Transparenz in der Lieferkette und Öko-Labels, die halten was sie versprechen.
  • Nachhaltigkeitsstandards
    Nachhaltigkeitsstandards wie Langlebigkeit und Wiederverwertbarkeit sollen für alle Produktgruppen gewährleistet werden. Verbraucher:innen müssen wissen, dass alles, was sie kaufen können, Mindestanforderungen an Nachhaltigkeit entspricht.
  • Herstellerverantwortung im gesamten Lebenszyklus des Produkts
    Nachhaltigkeitsstandards dürfen nicht auf Kosten der Verbraucher:innen gehen. Es muss geprüft werden, ob die Garantie an die erwartete Lebensdauer angepasst werden kann. Die Grünen plädieren für die direkte Herstellerverantwortung – von Produktion bis Entsorgung.
  • Re-Use in öffentlicher Beschaffung
    Grüne und Soziale Beschaffung soll sektorspezifisch gesetzgeberisch festgelegt werden. Hierzu gehört auch der Einkauf von Secondhand-Waren. Außerdem soll durch den Zerstörungsstopp unverkaufter Waren die Wiederbenutzung angeregt werden. 

Buki Akomolafe für L’Belle Awards nominiert

Das Berliner Modelabel Buki Akomolafe ist bei den diesjährigen L’Belle Awards in der Kategorie „Fashion Icon of the Year“ nominiert. Die Preisverleihung findet am 28.11.2020 in Paris statt. Wir drücken die Daumen!

Das Motto des Awards 2020: World of Colors, also die Welt der Farben. Das Motto ist nach Angaben der Macher:innen inspiriert von der großen kulturellen Vielfalt Afrikas, das sich in den Menschen, den Sprachen, den verschiedenen Ethnien, Traditionen, Religionen, Ressourcen und den individuellen Vergangenheiten widerspiegelt. Die Preisverleihung soll dazu dienen genau diese Vielfalt zu zelebrieren und dabei den afrikanischen Kontinent, dessen Wirkung weltweit spürbar ist, erstrahlen zu lassen.

Über die gleichnamige Modedesignerin Buki Akomolafe findet ihr auch ein spannendes Porträt in unserem Buch „Fashion Changers – Wie wir mit fairer Mode die Welt verändern können.“

Kollektions-Launch MOOT

Das Label MOOT haben wir euch bereits als eines der Newcomer-Entdeckungen des Jahres vorgestellt. Jetzt launcht das Label eine neue Kollektion und die kann sich wirklich sehen lassen. MOOT überzeugt nicht nur durch freshes Design, sondern auch durch ihre Philosophie hinter dem Label.

Made Out Of Trash – der Name, der sich hinter dem Akronym MOOT versteckt, ist Programm: Das Upcycling-Label produziert tragbare Unisex-Mode massentauglich aus Textilmüll. Gefertigt werden die Kleidungsstücke in Berlin. Die T-Shirts und Longsleeves aus der neuen Kollektion entstehen aus ausrangierter Jersey-Bettwäsche. Die kuscheligen Winterjacken aus Wolldecken. Diese stammen aus der Sortierung in Quakenbrück. Die gewählten Stücke kommen dann in die Färberei nach Marburg und von dort zur Näherei nach Berlin. All in all legt ein Kleidungsstück bei MOOT lediglich 500 – 800 Kilometer zurück.

Wer sich jetzt persönlich von den Teilen überzeugen will, dem sei der Pop-up-Shop bei rack ’n white in der Brunnenstraße 12 in Berlin empfohlen. Dort gastiert das Label aktuell.

Yogis gegen Rechts

Mit dem Instagram-Kanal @shantifa_yogisgegenrechts launcht ein Kollektiv aus Yogi:nis ein starkes Statement gegen Rechts. Das Motto: „Manchmal erfordert Anstand Abstand“. Auf dem Social-Media-Kanal zeigen sich viele verschiedene Yoga-Praktizierende mit eindeutigen Botschaften gegen Menschenfeindlichkeit und für ein tolerantes Miteinander. Auch mit dabei: unsere Lieblings-Yoginis von Fuck Lucky Go Happy.

Dass die Yogaszene politisch Stellung bezieht, ist längst überfällig. Gerade in Zeiten von Coronaleugner:innen und dem oft schmalen Grat zu esoterischen, alternativen Heilmethoden, Impfgegner:innen & Co.

Neuer Podcast: Fashion Africa Now

Lange war es angekündigt, jetzt ist er endlich da: der Fashion Africa Now Podcast. In diesem spricht die Fashion Africa Now-Gründerin Beatrace Angut Oola mit Designer:innen, Kreativen, Historiker:innen, Wissenschaftler:innen, Modemenschen und Branchenexpert:innen darüber, was Mode heutzutage für den afrikanischen Kontinent bedeutet. Wie es in der Vergangenheit aussah und was die Zukunft bringt.

Und auch das Thema Nachhaltigkeit und Gerechtigkeit darf nicht zu kurz kommen. Genau deswegen war auch Fashion-Changers-Co-Gründerin Jana zu Gast bei Beatrace. In Folge 2 könnt ihr den Beiden (auf Englisch) lauschen, wie sie darüber sprechen, warum Conscious Fashion die Zukunft ist.

„Fashion is a vehicle to improve certain things and empower people.“

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Lovjoi gewinnt Vegan Fashion Award

Bereits zum siebten Mal zeichnet PETA Deutschland in diesem Jahr Labels aus, die auf eine vegane Verarbeitung Wert legen. Damit will die Tierrechtsorganisation zeigen, dass stylische Kleidung auch ganz ohne Tierleid auskommen kann.

In diesem Jahr ist auch das vegane Fair-Fashion-Label Lovjoi unter den Gewinner:innen. Ihr Kleid ERICA kann in der Kategorie „Bestes Fashion Piece Damen Sommer“ punkten. Überzeugt hat die Jury wohl das farbenfrohe Muster. Wir gratulieren!

Weitere Fair-Fashion-Labels unter den Gewinner:innen: Dariadeh, HempAge, EYD Clothing, Dedicated, Doublethwears, LangerChen und Monkind

Neue Leihmode: Fairnica x Greenstyle

Fairnica, das Mietmodell mit Capsule-Wardrobe-Prinzip, hat eine neue besonders interessante Kapsel zum Leihen herausgebracht. Gemeinsam mit der Journalistin, Content Creatorin und Messeveranstalterin Mirjam Smend von Greenstyle hat Kapsel Pauline das Licht der Welt erblickt. Das Besondere? Die Capsule Wardrobe wurde insbesondere an den Bedürfnissen einer Businessgarderobe ausgerichtet. Clever!

Public Climate School von Students for Future

Vom 23. bis 27.11. rufen die Students for Future zur dritten "Public Climate School" (PCS) auf. Diese wird aufgrund der Corona-Pandemie komplett digital in Deutschland und Österreich stattfinden. Mit dem Projekt soll ein Modell für zukünftige Bildung geschaffen werden, in dem die Klimakrise verstärkt thematisiert wird und in dem Bildung offen für alle ist.

Ziel der dritten Public Climate School ist es, Bildungskonzepte und klimapolitische Inhalte in einem „alternativen Stundenplan“ zu vermitteln, um so aufzuzeigen, wie Bildung im Kontext von Visionen der Klimagerechtigkeit aussehen könnte. Hierzu werden Wissenschaftler*innen und Expert*innen aus verschiedensten Fachbereichen, Vorträgen, Diskussionen und Workshops anbieten.

Innovatives Design von Akjumii

Das Fair-Fashion-Label Akjumii geht mit einem besonders ausgeklügelten Design ins Rennen. In ihrer aktuellen Crowdfunding-Kampagne präsentieren sie den 3in1 Coat. Der Mantel ist nicht nur super innovativ wandel- und einsetzbar - er fungiert als Mantel, Jacke und Weste. Nein, das Label geht noch einen Schritt weiter und gibt eine lebenslange Garantie auf das besondere Kleidungsstück. Akjumii zeigt, dass es viele Ideen gibt, die Modewelt besser zu machen.

Special Black-Friday-Aktion: Xeno verdoppelt Preise

Statt sich an der Black-Friday-Rabattschlacht zu beteiligen, erhöht die Hamburger Naturkosmetikmarke Xeno am Black Friday ihre Preise um 100 Prozent. „Fehlkäufe sind für niemanden gut. Noch nicht mal für den
Verkäufer. Ich rate manchmal Kunden vom Kauf unserer Produkte ab, wenn ich merke, dass die Kundin oder der Kunde eigentlich etwas anderes benötigt. Ich glaube daran, dass das langfristig für alle am besten ist: Für unsere Kunden, für die Umwelt, für uns und damit auch für unsere Lieferanten“, begründet Xeno-Gründerin und -Geschäftsführerin Lara Schimweg den Hintergrund der Aktion.

Dass sie dadurch am Black Friday wahrscheinlich keinen nennenswerten Umsatz machen wird, nimmt Lara in Kauf. Und falls die Kasse doch klingeln sollte: Der Umsatz aller am 27.11. verkauften Produkte wird in die Weiterentwicklung eines Refill-Systems investiert. Starke Aktion!

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Weitere Black-Friday-Aktionen in der Modewelt

Bei dem Fair-Fashion-Label ARMEDANGELS heißt es dieses Jahr: Regenwald statt Konsumwahn. Kund:innen können während der sogenannten Green Vote Week statt Discount-Codes ein Stück Regenwald in ihren Warenkorb packen. Bei jedem Einkauf, der zwischen dem 25. und 30. November getätigt wird, können bis zu drei tennisplatzgroße Flächen des ecuadorianischen Nebelwaldes geschützt werden. Den Käufer:innen ist dabei selbst überlassen, ob und wie viel sie zum Erhalt des Regenwaldes beitragen möchten.

Auch das Fair-Fashion-Label NIKIN möchte sich nicht an Rabattschlachten beteiligen. Stattdessen setzt das Label auf noch mehr Klimaschutz. Anlässlich des Green Friday Wochenendes vom Freitag, 27. November bis Montag 30. November 2020 pflanzt NIKIN für jedes verkaufte Produkt zwei Bäume statt nur einem. Das Unternehmen möchte so einen Teil der am Black Friday verursachten Emissionen kompensieren.

Auch der Fair-Fashion-Store Loveco aus Berlin lässt sich nicht von Rabattschlachten beeindrucken. Bei Loveco heißt es: Fair Friday statt Black Friday. Das Unternehmen dreht den Spieß um und spendet 100 Prozent der Gewinne, die zwischen dem 27. und 30. November erzielt werden. Die Aktion jährt sich bereits zum dritten Mal. In den Jahren zuvor konnten dabei jeweils 1000 Euro und 1250 Euro für gemeinnützige Zwecke gespendet werden.

New Label: tiija

Unsere Contributorin Mia Marjanovic von heylilahey hat gemeinsam mit ihrem Mann Jesse Abrams ein Fair-Fashion-Label gelauncht. tiija macht wunderschöne, lässige, und dennoch schicke Kleider mit vielen tollen Features. Die erste Kollektion besteht aus zwei Modellen (ein Maxikleid, ein Wickelkleid) in je zwei verschiedenen Farben. Die Kleider werden unter fairen Bedingungen in Bulgarien hergestellt, bestehen aus Tencel oder Leinen und haben alle Taschen! Das Label arbeitet aktuell nur on demand. Vorbestellen kann man die schönen Kleider deswegen vorerst nur noch bis zum 27.11..

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