7 Fast Fashion Dokumentationen, die ihr gesehen haben solltet

Mittlerweile wissen wir immer genauer, welche Auswirkungen die schnelllebige Modeindustrie auf Umwelt, Tiere und Menschen hat und welchen Preis wir wirklich für Kleidung aus Billiglohnländern zahlen. Trotzdem gibt es immer noch viel zu tun. Fast Fashion bleibt ein riesiges Problem im Bereich Umwelt- und Arbeiter*innenschutz. Wie dramatisch die Lage ist und welche Folgen der Geiz-ist-geil-getriebene Konsum der Industrieländer hat, veranschaulichen am besten Bilder und persönliche Geschichten. Die folgenden sieben Dokumentationen bieten einen aufschlussreichen Blick hinter die Kulissen der schmutzigen Fast Fashion-Industrie (und lassen sich wunderbar während der bevorstehenden Feiertage gucken).

1. The True Cost

Wer zahlt für die niedrigen Preise der Fast Fashion? Diese Frage stellt sich The True Cost, eine der bekanntesten Dokumentationen zu diesem Thema. Sie beleuchtet den Zusammenhang zwischen unserer immer billiger werdenden Kleidung und den Produktionsbedingungen in der Textilindustrie. Regisseur Andrew Morgan kommt selbst nicht aus der Modeindustrie und erzählt somit aus der Perspektive eines Fashion-Laien. Ihr könnt die Doku auf Netflix sehen, oder digital leihen oder kaufen.

2. Rana Plaza Collapse Documentary: The Deadly Cost of Fashion

In diesem kurzen Film erzählt Foto-Journalist Ismail Ferdous, der die schrecklichen Folgen des Rana Plaza-Zusammensturzes fotografierte, wie der Konsum der westlichen Welt mit dem tragischen Unglück zusammenhängt. Der Fokus liegt auf Fast Fashion-Konsument*innen in den USA. Die Zusammenhänge sind aber natürlich auch auf Europa übertragbar. Die Kurz-Doku ist mit knapp fünf Minuten Länge für jede*n machbar und außerdem auf YouTube umsonst verfügbar.

3. River Blue

Mark Angelo, internationaler Gewässerschutzbeauftragter, reist um den Globus, um die wortwörtlich schmutzigen Seiten der Modeindustrie aufzudecken. Der preisgekrönte Dokumentarfilm River Blue zeigt die Zerstörung unserer Flüsse durch chemische Herstellungsprozesse und die verantwortungslose Entsorgung giftiger Abfälle. Er stellt die gravierenden Auswirkungen für den Menschen dar, beleuchtet aber auch nachhaltige Lösungen für eine hoffnungsvolle Zukunft. Ihr könnt ihn online kaufen oder leihen, alle Infos dazu hier.

4. Udita, Documentary about Female Garment Workers, Bangladesh

Der Film Udita / Arise begleitet fünf Jahre lang verschiedene Textilarbeiterinnen in Bangladesch. Die Doku erzählt, wie sie um ein besseres Leben kämpfen, mit ihren Schicksalsschlägen umgehen und für faire und sichere Arbeitsbedingungen demonstrieren. So begleitet die Dokumentation zum Beispiel eine Frau, die beide Töchter und ihren Schwiegersohn im Rana Plaza-Fabrikeinsturz verloren hat, und zeigt, wie sie nach der Tragödie lebt, ihre Enkel großzieht und immer noch keine Entschädigung und Hilfe der verantwortlichen Unternehmen erhalten hat. Udita könnt ihr umsonst auf YouTube schauen, wo sie definitiv mehr Klicks verdient hat.

5. Unravel – This is the final resting place of your cast-off clothing

“It feels like the clothes are practically unworn”, sagt eine Arbeiterin in einer indischen Recycling-Fabrik für aussortierte Kleidung. Sie und ihre Kolleg*innen vermuten, dass es einen Wassermangel in den Ländern gibt, aus denen die Kleidung geliefert wird, sie deshalb so selten getragen und gewaschen wird. In Unravel geht es also weniger um die Entstehung von Fast Fashion, sondern um die geringe Wertschätzung von Kleidung in den westlichen Ländern. Die 14-minütige Doku könnt ihr hier umsonst anschauen. Unravel ist ein bisschen heiterer als die davor genannten Filme, stimmt einen aber mindestens genauso nachdenklich.

6. ZDF: 37° Gift auf unserer Haut

Hier seht ihr eine etwas andere Perspektive auf die Modeindustrie und zwar auf die Billiglederindustrie. Die Doku Gift auf unserer Haut vom ZDF stellt dar, wie klassisches Leder an die 40 Schritte in der Aufbereitung bis zum fertigen Produkt durchläuft, viele davon stark umweltbelastend und gesundheitsgefährdend. Ihr könnt sie euch hier kostenfrei auf YouTube anschauen.

7. From Sex Worker to Seamstress: The High Cost of Cheap Clothes

Sextourismus trifft auf Fast Fashion. Die Bekämpfung von Menschenhandel in Kambodscha ist offiziell eigentlich darauf ausgelegt, Sexarbeiter*innen zu retten und wieder in die Gesellschaft einzugliedern. Viele Frauen sprechen aber davon, dass sie von den Behörden dazu gezwungen werden, unter noch schlimmeren Bedingungen zu arbeiten: in der Textilindustrie für Fast Fashion Marken. Die Mini-Doku von Vice News ist von der Aufmachung recht plaktativ, verdeutlicht aber umso mehr, wie dramatisch die Lage ist. Auch wieder frei auf YouTube verfügbar.

Mit dieser Auswahl erhaltet ihr einen sehr guten Überblick über die Probleme der Fast Fashion-Industrie. Außerdem könnt ihr ganz einfach die Links zu den kostenfreien Filmen direkt an Freund*innen und Familie weiterleiten, die sich mit dem Thema noch gar nicht auskennen und sich mehr Infos von euch wünschen.

Es gibt aber noch viele weitere spannende Videos und Dokumentationen, deshalb hinterlasst auch gerne eure Doku-Tipps in den Kommentaren.

 

Titelbild: © Rachel Manns
Vorschaubild: © The True Cost

Mia hat sich vor ein paar Jahren mit heylilahey als einer der ersten Modeblogs Deutschlands auf Fair Fashion konzentriert und das Thema Conscious Shopping zu ihrem Markenzeichen gemacht. Mia ist Diplom-Psychologin, PR-Beraterin, Bloggerin und YouTuberin und berichtet mittlerweile auf ihren Kanälen über mehr als „nur“ Fair Fashion, sondern auch über Veganismus, einen gesunden Lebensstil, Achtsamkeit, Naturkosmetik, Reisen und über das Thema Nachhaltigkeit.

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