Verpackungsfrei Einkaufen

10 Tipps: Verpackungsfrei einkaufen ohne Unverpackt-Laden

Unverpackt-LĂ€den ermöglichen es uns durch AbfĂŒllstationen trockene sowie flĂŒssige Lebensmittel verpackungsfrei einzukaufen. Doch nicht jede*r hat einen Unverpackt-Laden in der NĂ€he und somit auch nicht die Möglichkeit, mit einer einzigen Anlaufstelle den Einkauf verpackungsfrei umzusetzen. Vor allem in lĂ€ndlichen Gegenden gibt es noch weniger LĂ€den, die Unverpacktes anbieten. Zero Waste einzukaufen ist aber dennoch möglich! Mit folgenden Tipps kommt ihr auch ohne Unverpackt-Laden zum Ziel.

1. Wochenmarkt

Die beste und einfachste Möglichkeit ist der Wochenmarkt. Lokale Erzeuger bieten auf WochenmĂ€rkten frisches Obst und GemĂŒse an, welches zudem oft noch saisonal ist. FĂŒr den Einkauf kannst du deinen eigenen Jutebeutel mitnehmen und Obst-/GemĂŒsenetze.

Auf dem Wochenmarkt findest du in der Regel:

  • regionales Obst
  • regionales GemĂŒse
  • Besonderheiten wie Antipasti oder SĂŒĂŸigkeiten, die du dir meist auch in ein eigenes BehĂ€ltnis abfĂŒllen lassen kannst
  • Mit etwas GlĂŒck findest du auch NĂŒsse oder frische Pasta
  • Auch viele tierische Produkte kann man sich auf dem Markt in eigene BehĂ€lter fĂŒllen lassen

Auf www.wochenmarkte.de kannst du herausfinden, wo sich dein nÀchster Wochenmarkt befindet und wann du vor Ort einkaufen kannst.

Verpackungsfrei einkaufen auf dem Wochenmarkt

Verkaufenfrei einkaufen ist auf dem Wochenmarkt oft ganz leicht. Foto: Unsplash/ Peter Wendt

2. Verpackungsfreies Obst und GemĂŒse

Wer selbst keinen Wochenmarkt in der NĂ€he hat oder es zeitlich nicht auf einen Markt schafft, findet auch oft in einem normalen Supermarkt verpackungsfreies Obst und GemĂŒse. Selbst mitgebrachte Obst-/GemĂŒsenetze aus Stoff ersetzen die dĂŒnnen PlastiktĂŒten. Und keine Scheu: Selbst WĂ€schenetze sind ideal fĂŒr den Transport von Obst und GemĂŒse. Übrigens: Auch Obst und GemĂŒse ohne TĂŒte auf das Band zu legen ist eine Möglichkeit und entgegen mancher Meinung nicht unhygienisch. Lebensmittel werden vor dem Gebrauch sowieso gewaschen oder geschĂ€lt.

3. Brote/Brötchen im eigenen Beutel

Brote und Brötchen findet ihr im Supermarkt oder bei BĂ€ckereien oft lose. Daher könnt ihr mit eigenen Stoffbeuteln ganz einfach Brote und Brötchen verpackungsfrei kaufen. Apropos: Papierverpackungen entziehen die Feuchtigkeit der Backwaren – ohne TĂŒte seid ihr also doppelt besser dran. Außerdem kann die Luft in den TĂŒten nicht gut zirkulieren, sodass Backwaren schneller schimmeln können.

Lagerungsorte wie Töpfe aus Ton, unglasierte Keramik oder BrotkÀsten halten Backwaren lÀnger frisch.

4. Frischetheke

Unverpackte Lebensmittel wie Wurst oder KĂ€se sind in grĂ¶ĂŸeren SupermĂ€rkten bei Frischetheken erhĂ€ltlich. Bei diesen Theken könnt ihr eure eigenen BehĂ€ltnisse abgeben und ausgewĂ€hlte Lebensmittel ohne weitere Verpackung kaufen.

5. Hofladen/MĂŒhlen

HoflĂ€den oder MĂŒhlen sind oft direkt an einen landwirtschaftlichen Betrieb angeschlossen und verkaufen vor Ort lokale Produkte. Bei HoflĂ€den sind Obst und GemĂŒse verpackungsfrei erhĂ€ltlich. Bei lokalen MĂŒhlen könnt ihr nachfragen, ob es möglich ist, Mehl in eigene BehĂ€ltnisse abzufĂŒllen.

Auf bioverzeichnis.de findet ihr eine Auflistung von Bio-, Hof- und Unverpackt-LĂ€den nach Postleitzahl. Ebenfalls gibt es auf heimischehoflaeden.de eine ĂŒbersichtliche Karte mit eingetragenen HoflĂ€den.

Verpackungfrei einkaufen ohne Unverpackt laden

Beutel selber mitbringen, Verpackung sparen. Foto: Unsplash/ Syvlie Tittel

6. Solidarische Landwirtschaft

Die solidarische Landwirtschaft – kurz Solawi – ermöglicht es, dass Lebensmittel nicht ĂŒber den Markt, sondern in einem eigenen Wirtschaftskreislauf vertrieben werden. Dieser Wirtschaftskreislauf wird von den Verbraucher*innen mit organisiert und finanziert.

Wer eine Solawi unterstĂŒtzt, wird durch die Jahreskosten mit der landwirtschaftlichen Erzeugung versorgt. Dadurch können die Verbraucher*innen mal mehr, aber auch mal weniger fĂŒr ihr Geld erhalten. Genau deswegen ist es allerdings so wichtig die Landwirtschaft mit einem Jahresbetrag zu unterstĂŒtzen. Denn DĂŒrrejahre, wie wir sie von 2018 kennen, machen das Leben vieler Landwirt*innen schwer. Die Solawi hĂ€lt die bĂ€uerliche Landwirtschaft aufrecht und wirtschaftet bedĂŒrfnisorientiert.

Auf solidarische-landwirtschaft.org findet ihr mehr Informationen zu einer Solawi und eine Karte, die euch zeigt, wo ihr die Möglichkeit habt, aktiv zu werden.

7. Regionale Bio-Kisten

Wer keine Zeit oder keine Möglichkeit einer Solawi hat, kann regionale Bio-Kisten bestellen. Bio-Kisten stammen oft aus einer Solawi, allerdings sind die Verbraucher*innen nicht verpflichtet sich selber zu engagieren. Regionale Bio-Kisten haben ein Abonnement und werden je nach Belieben wöchentlich oder monatlich nach Hause geliefert. Die Lebensmittel sind regional, saisonal und meistens auch verpackungsfrei. Auf Wunsch einfach den Anbieter der Bio-Kiste kontaktieren, dass keine Verpackungen erwĂŒnscht sind.

Es gibt leider keine zentrale Auflistung von Bio-Kisten in Deutschland. Deshalb am besten „Bio-Kiste“ oder „GemĂŒsekiste“ mit dem Zusatz der eigenen Stadt oder der Region im Netz suchen.

Verpackungsfreies Brot

Verpackungsfreies Brot? Einfach mal selber backen! Foto: Unsplash/ Chelsea Shapouri

8. Lebensmittel selbermachen

Nach den vorigen Tipps wird klar, dass es viele verschiedene verpackungsfreie Alternativen fĂŒr Obst und GemĂŒse gibt. Doch wie steht es mit trockenen Lebensmitteln wie Nudeln? Sich selbst an die Arbeit machen, schafft Abhilfe. Das beansprucht zwar mehr Zeit, spart allerdings auch mehr VerpackungsmĂŒll. Nudelteig ist beispielsweise mit einem MischverhĂ€ltnis von 1:1:1 (Mehl, Hartweizengrieß, Wasser) schnell herstellbar. Der fertige Nudelteig wird mit einer Teigrolle oder einer Nudelmaschine dĂŒnn ausgerollt und zu einer beliebigen Nudelsorte weiterverarbeitet.

Die selbstgemachten Nudeln können auf einem Teller oder Backblech lufttrocknen. Nach dem trocknen sind die Nudeln ewig haltbar und können in einem eigenen BehÀltnis aufbewahrt werden.

Das Nudelteig-Rezept findet ihr hier. Und auch andere Lebensmittel können selber hergestellt werden. Pflanzliche Milchalternativen oder Brotaufstriche verlangen keine großen KochkĂŒnste ab.

9. Auf Mehrweg achten

Glas statt Plastik klingt toll. Die Glasalternative ist allerdings erst dann sinnvoll, wenn es sich um Mehrwegglas handelt. FĂŒr das Einschmelzen von Glas werden ĂŒber 1000°C benötigt, was die CO2-Emissionen und die damit verbundene Ökobilanz von Glas in die Höhe treibt. Deswegen sollten wir Einwegglas im Idealfall immer weiterverwenden. Ihr könnt ebenfalls VerpackungsmĂŒll sparen, indem ihr grĂ¶ĂŸere BehĂ€ltnisse kauft. So produziert ihr fĂŒr mehr Inhalt weniger Verpackungen. (Quelle)

Selbst Milchprodukte wie Joghurt sind in MehrwegglĂ€sern erhĂ€ltlich. Und auch das vegane Angebot optimiert sich bezĂŒglich der Verpackungen. Das Berliner Unternehmen Kornwerk produziert und verkauft (ab Juli 2019) pflanzliche Milchalternativen in MehrwegglĂ€sern.

Worauf man bei Verpackungen noch alles achten kann, habe ich in einem weiteren Artikel hier im Magazin fĂŒr euch festgehalten.

Verpackungsfrei einkaufen: Zero Waste Onlineshops

FĂŒr alle, die keinen Unverpacktladen in der NĂ€he haben, ist auch ein Zero Waste Onlineshop eine gute Lösung. Foto: Laura Mitulla

10. Zero Waste Onlineshops

Der letzte Tipp betrifft eher die Anschaffung fĂŒr passendes Equipment fĂŒr ein plastik- und mĂŒllfreien Alltag. BahmbuszahnbĂŒrsten, Rasierhobel oder Strohhalme aus Glas oder Edelstahl gibt es nicht unbedingt an jeder Ecke. Deswegen haben es sich einige Zero Waste Online-Shops zur Verantwortung gemacht, solche Produkte online anzubieten. Bekannte Anbieter sind monomeer, Naturalou oder Original Unverpackt, letzter verkauft auch in Berlin lokal Produkte.

Zero Waste Onlineshops achten darauf, eure Produkte besonder

s nachhaltig zu versenden. Wiederverwendetes Verpackungsmaterial oder ein klimaneutraler Versand sind meist die Bedingungen solcher Shops.

Welche Tipps fĂŒr ein verpackungsfreies Leben ohne Unverpackt-Laden fallen euch ein? Lebt ihr verpackungsfrei?

 

Lauras Interesse gilt seit Ende 2016 dem nachhaltigen Minimalismus. Im April 2017 launchte sie das Blogazine The OGNC, mit dem sie zeigt, wie vielfÀltig eine nachhaltige Lebensweise sein kann, und beweist, dass Nachhaltigkeit nichts mit Verzicht zu tun hat.

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